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Die Jagd nach 6W...

Wenn Funkamateure eine DXpedition durchführen, ist es meistens üblich, dass man einen Sked verabredet. In diesem Fall war das Ziel Senegal. Mit dem Präfix 6W/ vor dem eigenen Rufzeichen sollte sich von dort in der Zeit vom 03.03.07 bis 23.03.07 u.a. Siegfried, DM2AYO, melden. Er tat es auch, sogar mit gutem Signal. Und wir wollten natürlich antworten.

 

Das FuZ war schon halb ausgeräumt, aber der Kurzwellenbereich stand noch unberührt, so dass wir von hier ohne Probleme arbeiten können. So war es auch gedacht.
Am Samstag, den 10.03.07 startete der erste Versuch. Willfried hatte die Station soweit vorbereitet, dass nur noch die Geräte angestöpselt werden mussten und – los gehts! So weit, so gut!
Am späten Nachmittag erscheinen dann André, DL7UAZ, Olaf, DL7VHF und Torsten, DL1BX, mit ihren Geräten. Der Aufbau erfolgte in gewohnter Hektik: Funkgeräte, Modems, Netzteile, Computer und diverse Kabel für alle möglichen Verbindungen. Irgend wann war dann alles richtig mit einander verbunden und der Logik folgend sollte alles prima funktionieren. Das tat es natürlich nicht.
Zuerst funktionierte das Netzteil nicht. Die Funktionskontrolllampe leuchtete zwar, aber es kam kein bischen Volt und Ampere aus dem Teil. Inzwischen war auch Peter, DL7JPK, eingetroffen. Der krallte sich gleich das Netzteil und verschwand in der Werkstatt. Wir holten ein anderes Netzteil und probierten alles noch einmal.
Jetzt lief alles. Das war schon mal geschafft. Die Empfangsbedingungen gingen langsam in den Keller....
Wir empfangen RTTY-Signale. Ja, es ist Siggi, 6W/DM2AYO, aus Senegal. Wir wollen antworten. Aber die Software spielt nicht mit uns. Andrés wiederholte Bemühungen, die Software (es ist die neueste Version) zum Senden zu überreden, bleibt erfolglos. Olaf ist inzwischen einem Weinkrampf nahe, weil die Empfangsbedingungen immer schlechter werden und wir haben noch nichts gesendet...
Die verzweifelte Suche nach einer Alternativlösung verläuft auch ergebnislos. Tatenlos müssen wir zusehen und zuhören, wie die Chancen auf eine Verbindung im Rauschen und Pfeifen untergehen. Das war bitter!
Ein kleiner Lichtblick: Peter hatte es geschafft, den Fehler im Netzteil zu finden und zu beheben.
Wir trösteten uns mit dem zweiten Versuch am nächsten Wochenende.
Thomas, DH7TS und Willfried, DD6UMW, waren am nächsten Samstag, den 17.03.07, früh vor Ort, um alles soweit vorzubereiten, dass nur noch die eigenen Geräte angeklemmt werden mussten und – up up in the air.
Um die Mittagszeit, so gegen 11:30 UTC, haben wir dann im Paket-Cluster gesehen, dass 6W/DM2AYO schon mächtig „unterwegs“ war. Wir drehten mal auf die angegebene Frequenz und – tatsächlich, wir hörten ein deutliches RTTY-Signal .
Das wollten wir uns nun doch nicht entgehen lassen. Wir starteten den PC und warteten eine kleine Pause ab und riefen dann ebenfalls. Nach zwei Anläufen hatten wir die Verbindung im Log - jeder von uns - und auch für DF0BLM. Für längere Durchgänge war keine Gelegenheit, denn das Pile-up war gewaltig. Wir waren jedenfalls stolz, dass wir es schon mal geschafft hatten.
Etwa eine Stunde nach unserem erfolgreichen RTTY-QSO mit Siegfried aus Senegal trafen Peter, DL7JPK, Olaf, DL7VHF und Torsten, DL1BX, ein. Die Nachricht von unserem Erfolg beflügelte natürlich und so beeilten sich Olaf und Torsten mit dem Aufbau ihres Equipments.
An dieser Stelle möchte ich doch noch etwas zur vorhandenen Anlagentechnik sagen.
Zur Vefügung standen uns also ein FT 920 mit einer 400W-PA, ein PTC IIe für RTTY, PSK31 und Pactor, ein EKD 300 mit einem KSG 1300 für SSB- und CW-Betrieb und ein IC 5600 mit 100W Output für SSB und CW. Als Antennen hatten wir eine FD4 und einen FB-33 auf einem Rotor zur Verfügung.
Die atmosphärischen Bedingungen waren nicht überragend aber sie waren auch nicht schlecht. Es gab die üblichen tageszeitlichen Schwankungen, die noch in unserer Gegend durch den schnellen Wechsel von Schlecht- und Schön-Wetterfronten überlagert wurden.
Der Funkverkehr auf den üblichen Fernverkehrsbändern des Amateurfunkes wurde an diesem Wochenende erheblich beeinträchtigt durch zwei Conteste, die fast zeitgleich durchgeführt wurden. Deshalb musste Siegfried, 6W/DM2AYO, sehr häufig auf die WARC-Bänder ausweichen. Das Problem daran war, dass wir keine Antennen für die WARC-Bänder haben und so mit einer mehr oder weniger starken Fehlanpassung arbeiten mussten.
Olaf, DL7VHF, und Torsten, DL1BX, gaben sich große Mühe im Auf und Ab der Funkbedingungen Verbindungen auf dem 15m-,17m- und 30m-Band herzustellen.
Doch letztendlich wurden auch ihre Anstrengungen belohnt und sie konnten PSK31- und RTTY-QSO’s mit 6W/DM2AYO, Siggi, ins Log eintragen.
Zum Abend hin verschlechterten sich die Empfangsbedingungen derart, dass keine Signale mehr zu identifizieren waren. Das war eine gute Gelegenheit unsere Jagd nach 6W/DM2AYO zu beenden.
Obwohl nicht alles optimal gelaufen ist, waren wir doch zufrieden. Und ich denke, auch Siegfried, 6W/DM2AYO, zu der Zeit in Senegal, dürfte zufrieden sein, denn er hatte mit seinen Kumpels aus der Heimat Verbindung gehabt.

 

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