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Wir waren gerade dabei, uns zu freuen über die gelungene Inbetriebnahme unseres selbst entwickelten Sende – Empfangsumschalters für den KSG 1300, als wir von einem befreundeten OM die Info erhielten, dass es da einen sehr interessanten Verein im Nord-Osten des Berliner Umlandes gibt, dessen Funkamateurgruppe gerade auch die gleichen Probleme mit einem KSG 1300 hat und nicht so richtig weiter kommt. E-Mail-Adresse und Telefon-Nr. waren auch gleich parat. Also, warum lange warten? Gleich am 25.11. 2006 machten sich Thomas - DH7TS, Willfried - DD6UMW und Peter - DL7JPK, auf den Weg nach Wollenberg, irgendwo an der B158 Richtung Bad Freienwalde.1106-01
Dieser Verein nannte sich  „Militärhistorisches Sonderobjekt 301 Wollenberg e.V.“ Dahinter verbirgt sich ein früher streng geheimer NVA-Bunker - eine so genannte Troposphärennachrichtenzentrale, von denen es in der DDR nur drei gab. Von hier aus hätten im Kriegsfall Funksprüche und Fernschreiben abgesetzt und empfangen werden sollen. Das Bauwerk von der Größe eines Vier-Familien-Hauses wurde zwischen 1984 und 1987 gebaut und war bis April 1990 in Betrieb. Allein die Technik soll 47 Millionen DDR-Mark gekostet haben. Heute gehört der Bunker dem Verein "Militärhistorisches Sonderobjekt 301 Wollenberg" (www.bunker-wollenberg.eu).
1106-02Zu den Mitwirkenden und Helfern vor Ort gehören eben auch Funkamateure, die sich die Aufgabe gestellt haben, die ehemalige bzw. alte originale Funktechnik wieder zu reparieren zu vervollständigen und in Betrieb zu nehmen. Dazu gehört unter anderem auch ein KSG 1300.
Die Baracken mit Tarnanstrich und der Bunker dort sind wieder möbliert. 99 Prozent aller Gegenstände wurden in mühevoller Kleinarbeit zusammengesucht. Denn als der Verein das zehn Hektar große Areal übernommen hatte, sind alle Gebäude leer gewesen - und der Bunker teilweise verwüstet. 1106-03Die elf Mitglieder fanden das passende Mobiliar im Internet, bekamen es von Einheimischen und Fremden geschenkt oder tauschten es bei anderen Vereinen ein. Jetzt ist die ehemalige Ausrüstung fast wieder komplett und man gewinnt wirklich den Eindruck, als wenn man 20 Jahre in die Vergangenheit gereist ist.
Nun, wer sich für militärtechnisch-historisches Gerät und Bunkerwerk interessiert, sollte es nicht verpassen, den einst modernsten Bunker der NVA-Geschichte kennen zu lernen.

Klar, wir haben auch den Bunkerrundgang mitgemacht, aber eigentlich waren wir wegen des Hilferufes der Amateurfunkergruppe, insbesondere Wolfgangs, DL6UDF, nach Wollenberg gefahren. Aber nach einem ordentlichen Mittagessen und einer Tasse Kaffee in der Kantine des Objektes hatten wir dann ausgiebig Gelegenheit, uns auszutauschen. 1106-04Hauptredner auf unserer Seite war natürlich der Erfahrungsträger Peter - DL7JPK . Sein Wissen und seine Detailkenntnisse über den KSG1300 haben sicher Eindruck hinterlassen.
Die Zeit verging wie im Fluge und wir waren erstaunt, als wir wieder an die Oberfläche kamen: Es war schon dunkel.
Bevor wir uns dann verabschiedeten und die Heimreise antraten, vereinbarten wir, dass wir uns gegenseitig unterstützen bei Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme der historischen Funktechnik.

Es wurden noch Adressen ausgetauscht und dann ging es zurück nach Berlin.

Dieser Tag war für uns ein sehr interessanter Ausflug in die jüngste technische Vergangenheit der ehemaligen NVA. Obwohl wir Kinder dieser Zeit sind , müssen wir immer wieder feststellen, dass auch wir nicht alles gewusst haben. Auf jeden Fall – wir bleiben in Kontakt!

73 de  DD6UMW

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