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Vor 50 Jahren begann der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit dem Empfang von Daten orbitaler Wettersatelliten. Was damals mit dem Satelliten ESSA-2 und seinen eher unscharfen und schlecht belichteten Bildern begann, ist heute grundlegender Bestandteil weltweiter Wettervorhersagen und -warnungen, dient der Überwachung unseres Klimas sowie seiner Änderung und unterstützt den weltweiten Austausch von Geo-Infodaten.

In Beisein von Journalisten und Fotografen begann am 3. März 1966 mit dem Empfang des 34. Umlaufs des am 26. Februar 1966 gestarteten US-amerikanischen Wettersatelliten ESSA-2 der routinemäßige Wettersatellitenempfang beim DWD in Offenbach. Während es in den ersten Jahren Satelliten wie ESSA, Nimbus und NOAA waren, die in etwa 800 bis 1400 km Höhe die Erde umflogen, sind es heute technische Wunderwerke der Typen METOP, AQUA und Soumi-NPP. Bereits 1977 kamen zusätzlich Bilder von geostationären Systemen wie METEOSAT hinzu.

In den ersten Jahren wurden die Satellitenbilder noch analog empfangen. Die Papierbilder mussten von speziellen Automaten entwickelt und fixiert werden. Die Breiten- und Längengrade und ggf. die Umrisse der Kontinente wurden per Hand mit Hilfe von Schablonen und schwarzer Tusche eingezeichnet. Etwa 30 bis 40 Minuten nach Empfang lagen dann die Bilder den Vorhersage-Meteorologen vor.

1980 begann mit dem Empfang von METEOSAT auch das digitale Zeitalter, mit Satellitenbildern passend zu den Wetterkarten. Kurz darauf entstanden aus Einzelbildern METEOSAT-Filme, die man per Motorradkurier zum Hessischen Rundfunk schickte, der diese Filme dann für die Wettervorhersage in der ARD-Tagesschau aufbereitete.

Heutige Wettersatelliten liefern unterschiedlichste Informationen
Statt postkartengroßer Papierbilder in Schwarzweiß stehen heute den Vorhersage-Meteorologen weltweite Daten unterschiedlicher Satelliten, in verschiedenen Spektralbereichen, in Echt- und Falschfarben, abgeleitete Temperatur- und Feuchteprofile, Windinformationen, Informationen zu Wolken, Gewittern, Meereisverteilung und vieles mehr per Knopfdruck innerhalb von Sekunden zur Verfügung. Diese Daten ergänzen das konventionelle Messnetz am Boden und sind für die numerische Wetterüberwachung und -vorhersage unerlässlich. Nur so lässt sich der Zustand der Atmosphäre genau bestimmen und nur so sind Wettervorhersagen über einen Zeitraum bis zu zehn Tage im Voraus möglich. Satellitendaten werden durch den DWD für die unterschiedlichsten Nutzer speziell aufbereitet und leisten einen erheblichen Beitrag für unsere Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Aufbereitete Satellitenbilder des DWD für die Öffentlichkeit sind beispielsweise im Internetangebot und in der WarnWetter-App des DWD zu finden.

Der Nutzen solcher Spezialsatelliten geht mittlerweile weit über die Wetterüberwachung hinaus. Der Deutsche Wetterdienst entwickelt, erstellt, archiviert und verteilt aus Satellitendaten abgeleitete Klimadatensätze geophysikalischer Parameter des Energie- und Wasserkreislaufs mit dem Ziel das globale Klima und den Klimawandel zu beobachten, zu verstehen und die Entwicklung von Anpassungsstrategien zu unterstützen.

So lassen sich beispielsweise die Erträge für Solaranlagen aus langen Zeitreihen der Globalstrahlung ermitteln. Die aktuelle Generation der Wettersatelliten überprüft auch den Meeresspiegel, Eisbedeckung, Veränderungen der Meerestemperaturen, Lufttrübung und ist gleichzeitig Teil des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus und daneben Kommunikationsplattform für viele Geo-Daten.

Vorbereitungen für die nächste Generation der Wettersatelliten haben begonnen
Der DWD bereitet sich mittlerweile auf die zukünftigen Wettersatelliten der Typen   METEOSAT Dritte Generation und METOP Zweite Generation vor, die etwa ab 2020 wesentlich genauere und zudem bisher nicht verfügbare Daten bereitstellen. Ziel ist es auch hier mit neuen Sensoren und Techniken die Wettervorhersage weiter zu verbessern und das Aufgabenspektrum dieser Spezialsatelliten zu erweitern.

(Pressemitteilung Deutscher Wetterdienst)

 

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