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21:09 Uhr - Irgendwann dürfte ja ein solcher Sci-Fi-Albtraum wahr werden: Ein Astronaut findet sich nach einem Unfall treibend im All wieder – er hat keinerlei Überlebenschancen, dafür sollte er aber stolz sein, Leben auf einen anderen Planeten bringen zu können, berichtet das Astronomy Magazine.

Dafür müsste allerdings eine ganze Kette von Zufällen passieren, erklärt der Mikrobiologe Gary King, der an der Louisiana State University Bakterien untersucht, die auch unter extremen Umständen überleben. So müsste der Körper des Astronauten tausende Jahre lang im All treiben und schließlich unversehrt auf die Oberfläche eines erdähnlichen Planeten kommen.

Hierbei spielen viele Faktoren eine große Rolle – einige Mikroorganismen im Körper des Menschen seien zwar in der Lage, ganze Jahrtausende lang und sogar auch einige Zeit im Vakuum zu überleben, um jedoch unversehrt die radioaktive Strahlung im All und den Eintritt in die Atmosphäre eines Planeten zu überleben, sollten die sterblichen Überreste quasi in einem „Container“, sprich Raumschiff, gelagert sein. Die Standhaftigkeit einiger Mikroben sei nicht zu unterschätzen: Sollten sie dennoch einer Strahlung ausgesetzt sein, so würden sie auch in diesem Fall teilweise überleben, wobei die durch die Strahlung erzeugte Mutationen bei neuen Generationen der Mikroorganismen beglichen werden könnten.

„Wir sprechen über eine sehr begrenzte Möglichkeit. Aber wenn sie mich fragen, so halte ich das gar nicht für unmöglich, wenn die Reise nur eine Mikrobe von einer sehr großen Anzahl überleben sollte“, so King.

Immerhin sei ein menschlicher Körper durchaus in der Lage, unzählige Generationen von Bakterien Tausende Jahre lang zu ernähren. Aber auch wenn alle Mikroorganismen in der längst in Bestandteile zerfallenen Leiche absterben sollten und bereits Millionen Jahre nach dem Tod des Astronauten vergangen sind, könnten die leblosen Moleküle — Aminosäuren und Fette, Proteine und Kohlenhydrate — dennoch den „vitalen Prozess“ auf einem Planeten anspornen. Allerdings sollte dieser dafür „bereit“ sein und Triphosphate, die für die Schaffung erdähnlichen Lebens notwendig sind, in seinen Stoffen beinhalten.

„Nun, es ist kaum denkbar, dass eine Leiche wirklich etwas ändern würde, besonders wenn man sich einen riesigen Planeten mit einem Ozean vorstellt“, sagt Lee Cronin, ein Chemiker, der an der Universität von Glasgow die Entstehung des Lebens erforscht.

„Am besten sollten das mehrere Leichen sein. Vielleicht eine ganze verunglückte Crew. Die in einem flachen Becken landen würde, wo die ganze ‚Chemie‘ beisammen bleiben könnte, so der Forscher. „Und wer weiß, rein hypothetisch gesehen ist es denkbar, dass das Leben auf der Erde bei einem ähnlichen Prozess entstand“, fügte er hinzu.

(Quelle: Sputnik Deutschland / Copyright © Sputnik)

 

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