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In der Nacht vom 24. zum 25. August 2010 drangen Einbrecher durch eine starke Eisentüre in das Radio Museum Köln ein, welches im Stadtteil Delbrück an der Waltherstraße liegt. Die Täter trennten mit einem Meißel die Türe so weit auf, dass sie sehen konnten, dass weitere Alarmanlagen und Sperren nicht eingebaut waren. Mit gewaltiger Wucht drückten sie dann die Türe aus dem Schloss. Ein Mitarbeiter, der morgens gegen 7 Uhr ins Radio Museum wollte, war total überrascht von der Brutalität, mit der die Diebe vorgegangen waren.

Das Schlimme ist: ein Pförtner, der 20 Meter vom Hauseingang entfernt in einem Häuschen saß, wollte nichts gehört und gesehen haben. Der Pförtner müsste den Lärm, wenigstens aber ein Auto, welches dort vor der Türe beladen wurde, gesehen haben. Nichts!! Gezielt wurden ganz bestimmte Teile entwendet. Zwei wunderschöne alte Edison-Phonographen aus den Jahren 1905/1906. Eines dieser Exponate ist ganz selten und konnte Edison-Walzen mit einer Laufzeit zwischen zwei und vier Minuten abspielen. Aus den Kellerräumen des Vereins wurden rund 30 historische Radiogeräte aus den 20er und 30er Jahren gestohlen. Anfang Juli waren diese Geräte bei einer Ausstellung der Abfallentsorgungs-und Verwertungsgesellschaft in Köln gezeigt worden. Die Einbrecher nahmen außerdem Kofferradios, Kleinteile, ein altes Wehrmachtsgerät, mehrere Detektoren und ein Telefunken-Radio, sowie das seltene Tefi-Radio, das in Köln von Dr. Daniel in den Tefiwerken hergestellt wurde, mit.
Ferner wurde ein professionelles Reportage-Tonbandgerät, Typ Stellavox, entwendet. Es würde zu weit führen, alle Geräte aufzulisten.

Alle entwendeten Exponate sowie die aufgebrochene Metalltüre sind auf der Homepage www.radiomuseum-koeln.de in einem Extrabericht zu sehen. Die Einbrecher brachen noch den Röhrenschrank auf, zerstörten die Glastüren und nahmen nur ganz bestimmte alte wertvolle Röhren heraus. In einem zweiten Röhrenschrank entwendeten sie unter anderem eine Röhre, die im ersten Düsenjäger, der ME 262, im zweiten Weltkrieg eingebaut war.
Der Gesamtschaden, der durch den Raub der über 30 Geräte entstand, dürfte nach vorsichtiger Schätzung bei rund 50.000,00 Euro liegen. Diese Geräte dürften nicht wieder zu beschaffen sein. Die Polizei bestätigt den Vorfall, hat aber noch keine Spur von den Tätern.
Vielleicht werden die Geräte oder auch Einzelexemplare irgendwo zum Verkauf angeboten.

Die gestohlenen Geräte sind fotografiert und in einer Datenbank gespeichert. Europaweit haben viele Fachverbände und Vereine  ihre Mitarbeit bei der Aufdeckung und Ergreifung der Täter zugesagt.
Wer dazu Informationen liefern kann, bitte die Telefonnummer 0221 409500 anrufen, OM Hermann Peitz, DF5QV. Die Funkstation im Radio-Museum wurde übrigens nicht gestohlen.

(Quelle: Köln-Aachen-Rsp)


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