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13:00 Uhr - MOSKAU, (RIA Novosti) Bei einer Fachkonferenz am Mittwoch in Moskau kündigte Juri Urlitschitsch, Chefentwickler des russischen Navigationssystems GLONASS, an, dass in zwei Jahren eine Gruppe von Nanosatelliten in die Umlaufbahn gebracht werde. „Als Nanosatellit wird einfach ein kleiner Satellit bezeichnet“, sagte Sergej Lurje, Chefexperte  der Staatskorporation Rosnanotech. Der Satellit wiegt rund zehn Kilogramm. In der letzten Zeit habe es einen großen Fortschritt bei der Miniaturisierung der Technik gegeben. Die „mechanische Evolution“ der Satelliten geht ebenfalls voran.

Kleine Satelliten sind schneller, einfacher zu steuern und nicht so kompliziert bei der Entwicklung und Herstellung. Zudem braucht man deutlich weniger Geld, um sie in die Umlaufbahn zu bringen. Im Vergleich zu den großen Satelliten braucht man weniger als ein Jahr, um die Nanosatelliten zu entwickeln, herzustellen und in Umlaufbahn zu bringen. Darüber hinaus werden die Steuerungsmöglichkeiten erweitert: Derzeit kann man die Nanosatelliten mit den Satellitenkommunikationssystemen und via Internet steuern. Eine Sonnenbatterie versorgt den Mini-Satelliten mit Strom. Die Nanosatelliten sollen für Erdbeobachtung, Umweltbeobachtung, Erdbebenprognosen und Erforschung der Ionosphäre eingesetzt werden.

Wie Urlitschitsch betonte, haben russische Entwickler aussichtsreiche Prototype der Nanosatelliten entworfen. Dennoch hinkt Russland trotz seines Rufs als Weltraummacht anderen Ländern hinterher. Bislang wurden weltweit insgesamt 90 Nanosatelliten in die Umlaufbahn gebracht. Der einzige Start des russischen Satelliten TNS-0 fand am 28. März 2005 statt. Damals hatte der russische Weltraumflieger Selischan Scharipow ihn manuell aus der ISS in den freien Weltraum hinaus geleitet. Dieser fünf Kilogramm schwerer Satellit in Form eines Zylinders wurde im Wissenschafts- und Forschungsinstitut für Kosmischen Gerätebau entwickelt.

Der Satellit befand sich 2,5 Monate in der Umlaufbau und wurde für die Prüfung einer Funkboje des Systems Cospas Sarsat genutzt. Derzeit gibt es eine zweite Generation dieser Satelliten, die mit Sonnenenergie betrieben werden. Dadurch verlängert sich ihre Einsatzdauer.


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