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12:36 Uhr - WASHINGTON, Nach dem Absturz der russischen Marssonde Phobos-Grunt weisen die USA den Vorwurf zurück, einer ihrer Radare habe auf die Sonde eingewirkt und die Mars-Mission zum Scheitern gebracht. „Wir haben die Mutmaßungen in den russischen Medien gesehen, dass einige der jüngsten russischen Weltraummissionen durch ausländische Einmischung zum Scheitern gebracht worden seien. Wir glauben daran nicht“, sagte US-Außenamtssprecherin Jamie Mannina zu RIA Novosti. Im Gegenteil haben die USA und andere Staaten Russland „auf beispiellose Weise“ bei den Versuchen geholfen, Phobos-Grunt zu retten und insbesondere Kontakt zu der Sonde herzustellen.

Russland hatte am 9. November die 13,5 Tonnen schwere Sonde Phobos-Grunt auf den Weg zum Marsmond Phobos geschickt. Die erste interplanetare russische Sonde seit 15 Jahren sollte auf Phobos landen, dort Bodenproben entnehmen und sie in einer kleinen Rückkehrkapsel zur Erde bringen. Weil die Marschtriebwerke für den Eintritt in die Übergangsbahn zum Mars nicht gezündet hatten, strandete die Sonde auf einer erdnahen Umlaufbahn. Nach mehr als zwei Monaten unkontrollierten Fluges stürzten die Reste der Sonde am 15. Januar in den Pazifik.

Roskosmos-Chef Wladimir Popowkin zufolge wurde eine Ermittlungskommission ins Leben gerufen, die von einem Bau- oder Konstruktionsfehler der Sonde ausgehe. Diese Woche berichtete die Tageszeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Raumfahrt-Kreise, dass die Sonde kurz nach dem Start durch Zufall unter die Einwirkung eines amerikanischen Radars geraten sein könnte. Die Strahlung könne zerstörende Auswirkungen auf die Elektronik der Sonde gehabt haben. Am Donnerstag sagte Popowkin, dass die Ermittler auch diese Version unter die Lupe nehmen würden und Nasa-Experten einschalten könnten.
(RIA Novosti)

 

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