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14:13 Uhr - Das strategische Kommando der USA hat jetzt alle Angaben über den Absturz der russischen Sonde Phobos-Grunt von ihrer Webseite beseitigt, was viele Experten verwunderte. Auf seiner Webseite SpaceTrack veröffentlicht das strategische US-Kommando Daten über die Umlaufbahnparameter und Starttermine aller kosmischen Apparate sowie über deren Eintreten in die Atmosphäre. Die zuständigen Experten bringen auch die sogenannten TIP messages - Prognosen für den Ort und die Zeit des Absturzes von Satelliten - sowie die faktischen endgültigen Daten dazu.

Im Fall mit Phobos-Grunt wurde aber diese Praxis aus unbekannten Gründen geändert. Ende Dezember wurde das erste TIP message auf der Webseite veröffentlicht, laut dem die Sonde voraussichtlich im Südwesten von Afghanistan abstürzen sollte. Für den mutmaßlichen Zeitpunkt des Absturzes wurde ein elftägiger Zeitrahmen angegeben. Kurz danach wurden aber diese Angaben von der Webseite entfernt und nicht durch präzisierte Angaben ersetzt.

Bereits im Januar erschien eine neue Prognose unmittelbar vor dem Absturz, im Unterschied zur üblichen Praxis wurde darin aber kein Absturzort prognostiziert.

Von RIA Novosti darauf angesprochen, warum die Angaben über Phobos-Grunt unvollständig veröffentlicht wurden, erwiderte die Administration der Webseite: „Wir haben die Daten auf Anweisung unserer Leitung entfernt.“

Diese seltsame geschichte spielt sich vor dem Hintergrund von Erklärungen einiger russischer Experten ab, die die Strahlung von US-Forschungsradaren als mögliche Ursache der Havarie der russischen Sonde vermuten.

Phobos-Grunt, die erste russische interplanetare Raumsonde seit 15 Jahren, war am 9. November vom Raumbahnhof Baikonur gestartet. Da ihre Triebwerksanlage nicht wie geplant angesprochen hatte, konnte die Raumstation nicht die vorgesehene Übergangsbahn zum Mars erreichen und blieb auf einer erdnahen Umlaufbahn stecken.

Am 16. Januar wurde bekannt, dass das Ende von Phobos-Grunt während der 1097. Erdumkreisung eingetreten war. Fragmente der Sonde gingen über dem Südpazifik, Südamerika und dem Atlantischen Ozean nieder.
(RIA Novosti)

 

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