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15:42 Uhr - Deutsche Wissenschaftler haben Radaraufnahmen der russischen Raumsonde Phobos-Grunt gemacht, auf denen man Details des Apparats unterscheiden und dessen räumliche Lage bestimmen kann. Dies soll es ermöglichen, Zeit und Ort des Absturzes der Sonde zu präzisieren, teilte das Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnologien der Fraunhofer-Gesellschaft mit. Seit dem Start am 9. November umkreist Phobos-Grunt, die erste interplanetare russische Sonde seit 15 Jahren, immer noch die Erde, weil die Marschtriebwerke für den Eintritt in die Übergangsbahn zum Mars nicht gezündet hatten. Obwohl russischen und europäischen Bodenstationen die Kontaktaufnahme zu Phobos-Grunt gelungen ist, reagiert die Sonde nicht auf Befehle und befindet sich im Sinkflug.

Die russische Marssonde, die nach dem Fehlstart vom Kosmodrom Baikonur auf einer erdnahen Umlaufbahn gestrandet ist, sollte auf dem Marsmond Phobos landen, dort Bodenproben entnehmen und sie in einer kleinen Rückkehrkapsel zur Erde bringen. Von diesen Proben erhofften sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems. Außerdem sollte ein chinesischer Mikrosatellit auf einer Mars-Umlaufbahn ausgesetzt werden.

Nach Angaben der Russischen Weltraumbehörde Roskosmos soll der Apparat zwischen dem 14. und 16. Januar  auf die Erde stürzen. Dabei können 20 bis 30 Fragmente der Raumsonde mit einer maximalen Gesamtmasse von 200 Kilogramm die Erdoberfläche erreichen.

Der toxische Treibstoff werde in den dichten Schichten der Atmosphäre in einer Höhe von etwa 100 Kilometern verbrennen, hieß es.

Derzeit verfolgen Wissenschaftler und Experten in der ganzen Welt aufmerksam Phobos-Grunt, um möglichst genau  Ort und  Zeit des Niederganges der Raumsonde zu bestimmen.

Neben der Radarabbildung des Apparats  konnten die Wissenschaftler seine Umlaufbahn und Oberfläche genau bestimmen. Weitere Beobachtungen sollen helfen, festzulegen, welche Teile sich bereits vom Apparat abtrennen, wie er sich um seine Achse bewegt und wie er sich während des Absturzes verhalten wird.

Die Wissenschaftler heben hervor, dass die Gefahr, durch Bruchstücke von Phobos-Grunt zu Schaden zu kommen, für einen gewöhnlichen Menschen mit einem Zehnmilliardstel so gut wie auszuschließen ist.
(RIA Novosti)

 

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