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18:47 Uhr - MOSKAU, (RIA Novosti). Mit dem LHC-Beschleuniger (Large Hadron Collider) im europäischen CERN-Zentrum in Genf sind am Montag erstmals stabile Bündel von Blei-Ionen gewonnen worden. Wie das am CMS-Detektor eingesetzte Team mitteilte, bedeutet dies den Beginn von regelmäßigen Experimenten mit dem Ziel, den Zustand der Materie in den ersten Augenblicken nach der Entstehung des Universums nachzuvollziehen.

Am Sonntag waren im Beschleuniger bereits erste Kollisionen von Blei-Ionen mit einer Gesamtenergie von 2,76 Tera-Elektronvolt registriert worden.

Das Weltall bestand gleich nach dem Urknall aus einer heißen und superdichten „Quarksuppe“, dem so genannten Quark-Gluon-Plasma. Dieser Substanzzustand war erstmals im Jahre 2005 bei Experimenten mit Gold-Ionen im RHIC-Beschleuniger im nationalen Labor Brookhaven (USA) registriert worden. Es wird erwartet, dass sich das Plasma bei den vielfach höheren Energien in der LHC-Anlage bilden wird.

Die Kollisionen von schweren Ionen werden von LHC-Detektoren, darunter von ALICE (Large Ion Collider Experiment) und CMS (Compact Muon Solenoid) beobachtet.

„Die Qualität der gewonnenen Angaben ist so hoch, dass wir die Ergebnisse der ersten Messungen bald veröffentlichen können“, sagte der Leiter des CMS-Experimente, Guido Tonelli.

Die Experimente mit schweren Ionen sollen bis 6. Dezember dauern. Danach soll der LHC für die Zeit der „Weihnachtsferien“ stillgelegt werden. Im Februar 2011 soll dieses weltweit teuerste physische Gerät wieder in Gang gesetzt werden.

Quark-Gluon-Materie soll auch im zukünftigen russischen NICA-Collider (Nuclotron-based Ion Collider facility) erforscht werden, der im Jahr 2015 im Vereinigten Kernforschungsinstitut Dubna bei Moskau gebaut werden soll.


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