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Foto: Michael Hanselmann


Offenbach  – Spätestens ab Mitte Juni richtet sich alljährlich das Augenmerk der Wetterkundler auf den Siebenschläfertag.

Der „Siebenschläfer“ gehört zu den meteorologischen „Lostagen“, die sich in früheren Jahrhunderten durch Beobachtungen in der Landwirtschaft als eigenständige Wetterregeln gebildet haben – ebenso wie viele andere Bauernregeln, bei denen es allerdings mehr ums Pflanzen und Ernten geht. Wenn es am Siebenschläfertag, dem 27. Juni, regnet, soll es nach dem Volksglauben angeblich in den folgenden sieben Wochen jeden Tag regnen. Die Meteorologen lassen das aber so nicht gelten.

Verschiebung durch die Kalenderreform 1582

Die entsprechende Bauernregel heißt korrekt: „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag." Es geht also genau genommen gar nicht nur um Regen, sondern um die Gesamtwetterlage. Dabei ist der Stichtag 27. Juni nur durch die gregorianische Kalenderreform im Jahr 1582 zu Stande gekommen. Der eigentliche Siebenschläfertag ist somit der 7. Juli. Entscheidend ist aber erfahrungsgemäß nicht der einzelne Tag, sondern der gesamte Zeitraum ab Ende Juni bis Anfang Juli.

Tatsächlich ist nämlich die Wahrscheinlichkeit für einen zu kühlen und zu feuchten Sommer relativ groß, wenn Ende Juni bzw. in der ersten Julidekade der Luftdruck über Mitteleuropa insgesamt unternormal ist, d.h. wenn schlechtes Wetter überwiegt. Ursache ist einfach eine gewisse Trägheit des Wettergeschehens zu dieser Zeit.

Die Trefferquote der Siebenschläfer-Regel ist so oder so bescheiden: im Binnenland nur etwa 60 Prozent, im Alpenvorland etwa 70 Prozent. Das bedeutet etwa in jedem dritten Jahr stimmt die Regel überhaupt nicht. Computergestützte Wettervorhersagen haben heutzutage eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit als alle Bauernregeln.

Die sieben Brüder aus Ephesos

Zur Namensgebung dieses Tages gibt es einen historischen Hintergrund: Der Legende nach flohen sieben Brüder in Ephesos (Griechenland), während einer Christenverfolgung unter dem Römerkaiser Deceus im Jahre 251 nach Christi in eine Höhle und wurden dort eingemauert. Sie sollen im Jahre 446 wieder zum Leben erwacht sein, um Zeugnis für die Auferstehung der Toten zu geben. Mit dem possierlichen Nagetier gleichen Namens hat der Siebenschläfertag übrigens nichts zu tun.

(Pressemitteilung DWD)

 

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