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Am 8. Juli 2006 hat im FEZ / Wuhlheide unser Berliner-Sysop-Treffen stattgefunden.

Der Einladung von Thomas <dl9sau> waren gefolgt:
- Thomas <dc7gb>
- Dieter <dl7hd>
- Andre' <dl7uaz>
- Olaf <dl7vhf>
- Uli <dl8ro>
- Karl-Heinz <dl7vkh>
- Thomas <dl9sau>


Thomas <dl9sau> dankt fuer das zahlreiche Erscheinen.

 

1. Die Linksituation

Thomas <dc7gb> berichtet ueber die Ereignisse auf dem Brocken und ueber den Stand bei DB0LUC:

Das ATV Relais DB0HEX ist wieder qrv (Cafe' nebenan); mehr wird aber wohl nicht mehr kommen.

Mit dem Sysop von DB0LUC (das ist unser einziger verbliebener Link in Richtung Sueden, der seit Fruehjahr nach Blitzschlag dort nicht mehr funktioniert) steht Tom in Kontakt.

Die Reperaturarbeiten bei DB0LUC laufen zaeh. Wir haben fuer unsere Grossregion ein grosses Interesse daran, dass diese Anbindung in das Rest-DL Netz wieder funktioniert, und wir diskutieren Moeglichkeiten, wie wir den Sysops dort zur Seite sehen koennen..

Da dieser Standort viele Regionen versorgt, waere ein gemeinsames Treffen mit Sysops der Linkpartner von DB0LUC interessant. Vielleicht ergeben sich dadurch auch Moeglichkeiten fuer eine weitere Strecke, um Totalausfaelle wieder vermeiden zu koennen.
Wenn wir jetzt anfangen zu planen, koennte das im Oktober stattfinden; wir waeren, wenn es die Zeit erlaubt, schon zu viert aus Berlin.


In unserer Gross-Region scheint das Interesse, Packet-Radio Technik zu bauen und zu betreiben, abzunehmen.
Wohlwollend nehmen wir Aktivitaeten in anderen Gegenden zur Kenntnis, wo auch innovative Entwicklungen (Hochgeschwindigkeits-Links, etc..) stattfinden, und Linkstrecken ausgebaut bzw. neue Regionen erschlossen werden.
Besondere Probleme in unserer Grossregion sind u.a., dass das Land recht flach ist und das Land "oede" (geringe Funkamateur-Dichte, kleine Staedte) ist. Persoenlicher Kontakt ist schwierig. Und wenn von den anderen nichts kommt (aus welchen Gruenden auch immer (Zeitmangel, Nachwuchsprobleme, ..)), sich fuer uns die Situation nicht von selbst
verbessert.


Das Problem der Entfernung im Flachland haben wir eindrucksvoll gesehen auf Gelaendeschnitt-Karten, bei unserer Suche nach weiteren Standorten.
Naeheres S.u.


Der Link nach Westen:

Ein direkter Link db0bln<->db0tgm waere moeglich (als Redundanz zu db0bln->db0spr->db0brb->db0tgb). Das wuerde die Latenz-Zeiten verringern.
Der Link ist bisher allerdings stabil; es besteht kein Handlungsbedarf.
Das Netrom-Land hinter Braunschweig traegt zur Verbesserung unserer Link-Situation nicht bei: Obwohl die Linkstrecken dorthin funktionieren, ist Berlin eine Insel. Das Routing dort ist nicht einsichtig; die die Qualitaet der Links dort kann man schwer einschaetzen.

Deshalb sind Links nach Sued-West, insbesondere Erfurt (dort laufen Dienste die frueher wie heute von unseren Nutzern aktiv genutzt werden), und / oder in Richtung Sueden, unerlaesslich.


Der Link nach Sueden:

Wir versuchen, den Sysop von DB0LUC aktiv zu unterstuetzen.

Parallel dazu sollten wir uns aber nach Moeglichkeiten umschauen, eine weitere Anbindung hinzubekommen, um den Ausfall des Brocken (es gab frueher fuer uns drei Aussenanbindungen im Flexnet-Netz) zu kompensieren.

Standort Calm (bei Doebeln): 136km. Aussichtslos.

Hagelberg (Belzig): es bestehen Kontakte. Entfernung 52km. Von dort aus sollten weitere Linkpartner erreichbar sein. Diesen Ansatz werden wir weiter verfolgen.
Idee: dort einfachste Technik (kein Nutzereinstieg) mit zwei Antennen realisieren.
Die Frage wohin man von dort kaeme ist noch zu klaeren. Vielleicht beim ueberregionalen Sysop-Treffen im Oktober.
Vorbehalte: schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Pflege der Technik beim Brocken.


Der Link nach Osten / Sued-Osten:

Die Berliner ATV'ler planen einen Link nach Calau.
Gem. Gelaendeschnitt halten wir den Link ueber eine Entfernung von 97km fuer nicht machbar.

Link Richtung Frankfurt-Oder: keine neue Erkenntnis. DC7GB steht in Kontakt mit den Verantwortlichen, hat aber noch keine Info.
Auf unsere Situation wird sich der Link nicht positiv auswirken; diese Region ist auch nur "eine Insel", die wir dann allerdings wieder mit im Boot haetten.

Mueggelberg: waere ein interessanter Standort fuer den Funkruf-Slave und APRS. Allerdings sehen wir, wie wir auch letztes Jahr besprochen haben, bisher keine Moeglichkeit den Standort zu (re)aktivieren.


2. Innerhalb unserer Grossregion


Andre' berichtet ueber die erfolgreiche Reaktivierung des Links db0blo<->db0bkk (Erkner).

Juergen dl2rud (DB0TEM) hat von unserem Treffen erfahren und ist sehr interessiert am Protokoll. Sie bauen an dem Wochenende selbst an ihrem Digi, und koennen uns leider nicht mit ihrem Besuch beehren.


In den naechsten Wochen wird am Standort von DB0BLN die Technik von nicht mehr in Betrieb befindlichen Linkpartnern abgebaut.
Die Ein-/Ausgabe-Frequenz des 23cm 9k6 Zuganges wird demnaechst getauscht; die noetige Hardware fuer den Umbau liegt schon bereit.

Bei DB0FEZ laeuft ein neuer 70cm 76k8 Zugang im Testbetrieb.
Es gibt dabei Stoerungen mit dem bestehenden 9k6 Zugang.
Ein Antrag zum Frequenzwechsel auf die alte DB0BNO-Frequenz laeeuft.
Vorteile:
- 1.5MHz Abstand zum 76k8 Zugang (und damit hoffentlich keine Stoerungen mehr).
- wir sind die ungewoehnliche Ablage los


Fuer den Kurzwellenzugang von dk0bln sind geplant:
- Q15X25 Zugang (wer moechte mithelfen die technischen Probleme zu loesen?)
- PSK31 Zugang zur Mailbox


Die Inbetriebnahme des Links DB0FEZ<->DB0BER ("Berliner Ringschluss") konnte leider bisher noch nicht erfolgen.


3. Allgemeines zur Technik

Telekom-Standorte (Miete, Regularien)

Thomas <dc7gb> berichtet ueber WLAN und Web-Cam an Telekom Standorten.
Die Technik wird als Konkurenz angesehen zum primaeren Geschaeft bzw. entsprechenden Standortmieten. Deshalb kann es keine WLAN-Technik und keine Web-Cam (beides hatten wir bei DB0BLN geplant) geben.

Zu WLAN: Nach etwas Ueberzeugungsarbeit duerfen wir vieleicht die Technik einsetzen, nachdem sie entsprechend umgebaut ist.
Link dazu: http://www.rlx.lu/~lx1tb/wrt54gs/
Dadurch ergeben sich zwei Vorteile:
- Schutz vor Fremdnutzung
- ist im Standard nur bei Verschluesselung vorgesehen. Wenn
Verschluesselung, kann man nicht mehr Amateurfunk machen;
dann ist es als Konkurrenz zur Telekom-Technik anzusehen.
- Mittem im 13cm Amateurfunkbereich, weit unter dem Satelliten-Bereich

Interessant waere solch ein Versuch zwischen DB0BLO und DB0BLN.
(OMs haben Uli gefragt wie es perspektivisch dort ausschaut mit EchoLink bei db0blo. Mit genuegend grosser Bitrate koennte man die Infrastruktur bei db0bln mitnutzen ;).


Dieter berichtet ueber Schwierigkeiten, in der aktuellen Phase von Vertragsverhandlungen mit der Turmbetreibergesellschaft, weitere Antennen anzubringen, resp. neue Standorte in Betrieb zu nehmen.
Wann und ob das Problem loesbar ist, ist noch nicht absehbar.

Stromkosten / Standortmieten sind ein grosses Problem in der heutigen Zeit. Deshalb wurde z.B. auch einer unserer wichtigen weit entfernten indirekten Linkpartner in den Sueden, OK0NE, abgeschaltet.


Die moegliche Nutzung von Kirchtuermen (Tip kam aus der WLAN Nutzer Community) koennte man ausloten. Das bringt aber aber fuer Weitverbindungen vermutlich keinen Nutzen.


Stichwort: es muss nicht immer AX.25 / "Packet-Radio" sein.
Techniken wie WLAN, oder IP ueber DVB-S, koennten den digitalen Betriebsarten neuen Aufschwung bringen. Die Grenzen der Sparten werden fliessend (D-ATV ist z.B. ist nichts weiter als Bilddaten ueber einen digitalen Datenstrom, auf dem auch andere Nutzdaten
transportiert werden koennen). Dafuer wiederum braucht es Entwicklungsarbeit und Engagement (s. 4.).

 

4. Wozu das ganze

Das Sterben der Linkpartner in der Grossregion ist ein Problem; u.A. dadurch verursacht, dass in Zeiten von Internet und DSL das Interesse selbst mancher Sysops am Weiterbetreiben von Packet-Radio-Links und -Einstiegen gegen Null gesunken ist.

In einer Situation des allgemeinen Desinteresses macht es auch wenig Spass, hier die Technik aufrecht zu erhalten.

Der Spass ist ein wichtiger treibender Faktor.

Wenn Nutzerzahlen schwinden, Notloesungen wie IGATE (das PR-Netz ist ja noch erreichbar, also scheint ja alles gut..) als selbstverstaendlich angesehen werden, und wenn Spendenaufrufe im Sande verlaufen, steht die Frage der Abschaltung im Raum.

Die Tatsache, dass die Infrastruktur vorhanden ist und funktioniert, wird offenbar als Selbstverstaendlichkeit angesehen; nur wenn etwas ausfaellt, melden sich die Nutzer zu Wort.

Beispiel DB0BLO: mittlerweile sind Miet- und Stromkosten von 500 Euro im Jahr faellig. Aus eigener Tasche ist das nicht finanzierbar. Trotz -nicht zu unterschaetzendem- Aufwand sind nach zahlreichen Aufrufen gerade einmal 1/4 der noetigen Mittel angekommen.

Auf den Telekom-Tuermen ist die Situation auch nicht mehr so rosig wie frueher. Die Vertrags-Situation habe ich angerissen. Hinzu kommt, dass heute nur noch kommerzielle / gesondert abgenommene Antennen (durch eine Fachfirma!) angebracht werden duerfen.
Auch hier muss Strom bezahlt werden. Und ein kleines Beispiel zeigt, was fuer Stilblueten solche Entwicklungen treiben: Ein Radiosender benoetigt (Rundstrahl-) Antennen mit viel Gewinn. Gewinn kommt durch Flaeche. Die genutzte Antennenflaeche laesst sich die Turm-Betrieber-Gesellschaft durch entsprechende Mietforderungen vergolden. Da auch  bei den Kommerziellen nicht das Geld auf Baeumen waechst, dreht man einfach an einer anderen Schraube: mehr Sendeleistung -- Strom kostet weniger als Antennenflaeche.

Nun rechne ich OMs ja schon hoch an, die einen grossen Teil ihres Geldes in Projekte fuer die Gemeinschaft investieren. Dem steigenden Kostendruck jedoch kann und will man auch noch vollstaendig aus eigener Tasche begegnen.


Deshalb moechten wir an dieser Stelle ausdruecklich unsere Nutzer darum bitten, sich einzubringen. Sei es, wenn helfende Haende bei Wartungsarbeiten benoetigt werden, sei es Mithilfe bei der Pflege von Infrastruktur (z.B. der Mailbox), seien es Spenden bzw. konkrete
Vorschlaege zur Finanzierbarkeit.
(Man erlaube mir den Spruch: man ist nicht als Sysop geboren. Projekte fuer die Allgemeinheit erfordern auch das Mitwirken und Mitgestalten).

Da es den meisten Nutzern offenbar nicht klar ist: connects ueber IGATE sind zwar schnell und stabil, aber eigentlich nicht in unserem Intersse. IGATE steht dafuer, dass die AX25-Verbindung ueber das Internet getunnelt wird. Die Tatsache, dass aktuell nur IGATE als Tor
zum restlichen Packet-Netz zur Verfuegung steht, bedeutet, dass das Packet-Radio-Netz (im Nord-Osten von DL) bereits kollabiert ist!
Da wir Amateurfunk machen wollen, ist das kein haltbarer Zustand, und jeder sollte mithelfen, dass sich das wieder aendert.


73,

- Thomas <dl9sau>  Referent fuer Digitale Betriebsarten im Distrikt D

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