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Seit einigen Jahren ist der Spruch eines schweizerischen Kulturschaffenden bittere Realität, was die internationale Präsenz der Schweiz im Radiobereich anbelangt: „la Suisse – elle n’existe plus!“ Wer im Ausland nicht über einen Internet-Anschluss oder einen Satelliten-Empfänger verfügt, erhält keine Informationen mehr aus der Schweiz.

Ein temporäres Radioprojekt soll diesem Übel zumindest kurzzeitig beikommen. Im Rahmen ihrer Jugendarbeit hat die reformierte Kirchgemeinde Wildberg/ZH zwei  erfolgreiche Radio-Bautage mit Jugendlichen durchgeführt. Mit viel Eifer und erstaunlichem Geschick bauten die Jugendlichen unter Anleitung einiger Funkamateure ein UKW-Radio. Nun sollen die Jugendlichen auch die Produktions- und Verbreitungsseite des Radios kennenlernen.

Für den Zeitraum vom 24.-27.9. 2015 wurde deshalb beim BAKOM eine Konzession für einen UKW-Lokalsender mit dem Namen „Wild Mountain Radio“ beantragt. Das Radio wird auf der Frequenz 97.7 MHz mit 100 Watt an einem Rundstrahler aus Wildberg/ZH senden. Die Jugendlichen haben so die Möglichkeit, selber hautnah zu erfahren, mit wie viel Aufwand die Produktion der Radiosendungen verbunden ist, die sie täglich konsumieren. Sie sollen bei dieser Gelegenheit auch die klassische Radioverbreitung via Mittelwelle kennenlernen und sehen, dass man sich Informationen nicht nur via Smartphone beschaffen kann.

Als besonderen Leckerbissen hat das BAKOM deshalb den Betreibern HB9FLQ und HB9AZT auf Antrag zusätzlich eine Konzession zum Betrieb eines Mittelwellensenders auf der ehemaligen Frequenz 1566 kHz des „Springbrunnensenders“ Sarnen erteilt. Es ist äusserst erfreulich und keineswegs selbstverständlich, dass unsere Konzessionsbehörde für einen solchen Versuch überhaupt Hand bietet!

Der Mittelwellensender verfügt über eine Ausgangsleistung von 1000 Watt und steht ebenfalls in Wildberg/ZH. Als Antenne dient als NVIS-Steilstrahler ein sorgfältig abgestimmter Inverted-V-Fullsize-Dipol an einem mobilen 21m-Mast in NW-Richtung. Es gelangt professionelle Studio- und Sendertechnik von R&S zum Einsatz.

Gerade im Hinblick auf den z.B. in Grossbritannien nach wie vor aktuellen Einsatz der Mittelwelle als Informationsmedium für ausserordentliche Lagen wären Empfangsrapporte während der Tages- und Nachtzeiten für die Betreiber sehr aufschlussreich. Besonders interessiert die Frage, wie gross der Versorgungsbereich eines solchen behelfsmässigen Senders mit bescheidener Antenne sein wird, dies auch beim Einsatz eines handelsüblichen Radios mit Ferrit-Antenne. Das BAKOM hat deshalb gegenüber den Betreibern den Wunsch geäussert, einen Bericht über die Resultate des Sendeversuchs zu erhalten.

Interessierte Funkamateure sind deshalb herzlich eingeladen, ihre Empfangsberichte  an die Adresse qsl(at)wildmountain.ch  zu senden. Vielleicht kann dieser Versuch dazu beitragen, dass die Schweiz inskünftig im Frequenzspektrum auch wieder über die Grenzen hinaus vertreten sein wird.
Weitere Informationen zum Radio finden sich auf www.wildmountain.ch

(Quelle: USKA - Info  Markus Schleutermann, HB9AZT)

 

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