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Offenbach, 10. Dezember 2013 – Im vergangenen Jahr traten deutschlandweit wieder viele Unwetter auf, die Menschenleben forderten und zu beträchtlichen Schäden führten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den Wetterverlauf des Jahres 2013 Tag für Tag und rund um die Uhr überwacht, etwa 30 000 Mal frühzeitig vor gefährlichen Wetterlagen gewarnt und diese dokumentiert. Wie auch im Vorjahr hat der DWD Medienberichte über größere Schäden durch Unwetter in Deutschland gesammelt und ausgewertet. Die folgende detaillierte Zusammenstellung für den Zeitraum Dezember 2012 bis November 2013 hat allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Unwetter-Jahr2013-Claudia Hinz-dwd
Gefährliche Entladungen
Quelle: Claudia Hinz / DWD

Dezember 2012
Schnee- und Eisglätte sorgten vom 2. bis 14. für mehrere Tausend Verkehrsunfälle mit zahlreichen Verletzten im gesamten Bundesgebiet. Dabei kamen mehrere Personen, oft bei Frontalzusammenstößen oder Auffahrunfällen, ums Leben. Aufgrund unter Schneelast umgefallener Bäume wurden, vor allem in der Mitte und im Osten Deutschlands, Straßen und Bahnlinien gesperrt. Es kam zu Zugausfällen und Verspätungen. Die Deutsche Bahn drosselte die Geschwindigkeit ihrer Fernzüge auf 200 km/h. In Dresden entgleiste am 9. wegen einer schneeverstopften Weiche eine Straßenbahn. Die Nacht zum 13. verbrachten viele Autofahrer eingeschneit im Stau auf der Autobahn bei Chemnitz. Am 7. und 10. fielen am Frankfurter und Düsseldorfer Flughafen wegen Schneefall Hunderte Flüge aus. In der Nacht zum 8. erfror eine Frau in Großkühnau im Park und in der Nacht zum 9. erfror ein Mann vor einem Obdachlosenheim in Rüsselsheim. Am 9. wurde der Weihnachtsmarkt auf der Wartburg wegen starker Böen und Schneefall geschlossen. Für einen Mann, der sich im Odenwald verirrte, war der Schnee am Abend des 10. lebensrettend. Seine eigenen Fußspuren führten die Retter zu ihm. In Chemnitz wurden ab dem 12. Turn- und Schwimmhallen auf Grund starker Schneemassen auf den Dächern gesperrt. Am 22. und 23. kam es im Norden von Hannover bis Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu glättebedingten Unfällen, zum Teil mit Schwerverletzten. Auf Grund andauernden starken Regens traten im Raum Essen Bäche und Flüsse über die Ufer, Straßen wurden überflutet und Keller liefen voll. In der Nacht zum 27. verursachte Sturm in Singen in Baden-Württemberg Schäden an Gebäuden. Hagelmeldungen liegen aus St.-Peter-Erding am 5., vom Feldberg im Schwarzwald am 15./17./25. und 27. sowie aus Berlin-Tegel am 30. vor.

Januar 2013
Anhaltender Regen sowie Schneeschmelze führten vom 4. bis 6. in Bayern und Sachsen vor allem an den Nordrändern von Erzgebirge und Alpen zu Überflutungen und Hochwasser. Schneefälle vom 10. bis 12. sorgten in Sachsen für glatte Straßen und über 100 Unfälle – eine Autofahrerin starb nach einer Kollision mit einem Laster. Weitere Schneefälle führten vom 15. bis 17. zunächst in der Westhälfte und nachfolgend in der Südhälfte Deutschlands zu glatten Straßen und zahleichen Unfällen. Leider gab es auch Tote. Autobahnabschnitte wurden gesperrt, es kam zu Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr und auf dem Flughafen München zu Flugausfällen. Bei Bayerisch-Eisenstein im Böhmerwald verloren Lehrerinnen mit einer Schülergruppe bei starkem Schneetreiben die Orientierung. Durch einen Notruf bei der Bergwacht wurden sie gefunden. Von Südwesten einsetzender gefrierender Regen sorgte am 20./21. für glatte Straßen. Fast im gesamten Bundesgebiet kam es zu Tausenden von Unfällen und Streckenabschnitte mussten gesperrt werden. Außerdem war der Flugverkehr stark beeinträchtigt – der Frankfurter Flughafen war stundenlang gesperrt. Züge hatten teils erhebliche Verspätungen, der öffentliche Nahverkehr wurde in verschiedenem Orten eingestellt und Straßenbahnen in hessischen Orten konnten wegen vereister Oberleitungen nicht fahren. In Sulz am Neckar stürzte ein Rentner schwer und starb. In den Landkreisen Osnabrück und Hameln-Pyrmont sowie im Rheingau-Taunus-Kreis und in Teilen Frankens fiel an fast allen Schulen der Unterricht aus. Bei Aufklaren in der Nacht zum 28. bildete sich in Nordrhein-Westfalen überfrierende Nässe, die zu einigen Unfällen führte. So fuhr bei Wesel ein LKW einen Baum um und fing Feuer. Zum Monatsende fegte ein Sturm über Norddeutschland hinweg. Die erste Sturmflut des Jahres setzte den Hamburger Fischmarkt unter Wasser, Container stürzten um und in Curslack wurde eine Reetdachscheune zerstört. Umstürzende Bäume beschädigten Häuser in Gehrden in Niedersachsen und in Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern sowie Autos im niedersächsischen Barsinghausen und Ganderkesee. In Dortmund wurde ein Besenwagen der Entsorgungsbetriebe umgeweht, der eingeklemmte Fahrer kam schwer verletzt ins Krankenhaus. In Köln wurde eine Rheinbrücke wegen herabgefallener Gerüstteile zeitweise gesperrt. Hagel wurde am 28. in St. Peter-Ording, am 30. vereinzelt an Mecklenburg-Vorpommerns Küste, in Sachsen sowie vom Bodensee bis zum Alpenrand und am 31. vereinzelt im Harz und in Sachsen beobachtet.

Februar 2013
Nach anhaltenden Niederschlägen um den Monatswechsel Januar/Februar wurde von Süddeutschlands Flüssen Hochwasser gemeldet. Ufernahe Bereiche wurden überschwemmt, so die B37 bei Heidelberg. Keller liefen voll und die Schifffahrt auf Mosel, Abschnitten des Rheins und dem Neckar vorübergehend eingestellt. Im Kreis Waldshut wurden mehrere Straßen von Erdrutschen blockiert. Sturmschäden wurden am 3. aus Korbach in Hessen, am 5. aus Weisendorf in Bayern und am 6. aus Voerde in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Ab dem 5. kam es durch starke Schneefälle und nachfolgender Schnee- und Eisglätte zu mehreren Tausend Unfällen im Straßenverkehr mit etlichen Schwerverletzten. Manche endeten tödlich: am 5. kam ein Mann bei Augsburg ins Schleudern und prallte gegen einen Baum, am 10. geriet ein Autofahrer bei Reutlingen ins Schleudern, ein 55-jähriger fuhr bei Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern frontal gegen einen Baum. Am 8. kam es im Allgäu zu einer Massenkarambolage. 21 Fahrzeuge fuhren auf der A980 ineinander, 13 Personen wurden verletzt. Laster blieben an Steigungen liegen und blockierten den Verkehr, so am 6. am Berg Sackpfeife bei Biedenkopf und auf der B49 zwischen Löhnberg und Weilburg sowie am 25. in Mittelfranken auf der B8 Richtung Neustadt/Aisch. Auf der B308 im Allgäu kippten am 8. ein Müllauto und ein Schneepflug um. Auf den Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und Nürnberg wurden an verschiedenen Tagen teilweise bis zu 100 Flüge gestrichen. In Mittelhessen fiel an einigen Schulen am 6. der Unterricht aus. In Nürnberg fuhren vom 23. bis 25. zeitweise keine Straßenbahnen, in Fürth rückte die Müllabfuhr nicht aus. Einige Fußballspiele in der 2. und 3. Bundesliga fielen aus.

März 2013
Schneefälle, Schnee- und Eisglätte sowie Schneeverwehungen brachten vom 9. bis 12., vom 17. bis 20., am 25./26. und am 31. viele Verkehrsbehinderungen und Unfälle in ganz Deutschland. Am Frankfurter Flughafen fielen durch heftige Schneefälle am 12. weit über 600 Flüge aus. Passagiere mussten die Nacht auf Feldbetten verbringen. Auch am 13. und am 17. wurden 150 bzw. etwa 90 Flüge gestrichen. Den vorliegenden Meldungen zu Folge wurden über 1 700 Unfälle auf Straßen und Autobahnen gemeldet. Aber es dürften weitaus mehr sein. Am Abend des 11. starb bei Stadtallendorf im Kreis Marburg-Biedenkopf ein Mann, als er frontal in einen entgegenkommenden Lkw fuhr. Am gleichen Tag rutschte ein Reisebus mit 46 Schülern in Schleswig-Holstein von der Straße in einen Graben. Am 12. waren insgesamt 100 Fahrzeuge in eine Massenkarambolage auf der A45 bei Münzenberg in Mittelhessen verwickelt. 38 Personen wurden verletzt, 5 davon schwer. Die Autobahn blieb über Nacht voll gesperrt. In Mecklenburg-Vorpommern verkeilten sich mehrere Fahrzeuge auf der A20 bei Bad Sülze ineinander, einige Insassen wurden schwer verletzt. Am 13. starben zwei Menschen bei einem Verkehrsunfall mit einem Lkw an der Theißtalbrücke bei Niedernhausen in Hessen. Am 18. verlor ein Autofahrer im Kreis Schleswig-Flensburg durch eine Schneeverwehung die Fahrzeugkontrolle, geriet auf die Gegenfahrbahn, stieß mit einem Laster zusammen und starb. Am 19. kam ein LKW-Fahrer in Thüringen zwischen Nordhausen und Sondershausen auf der B4 ums Leben, als er mit einem Kleintransporter kollidierte und dann in eine Scheune raste. Auch der öffentliche Nahverkehr war von den teils extremen Witterungsereignissen betroffen. So gab es am 11. Probleme bei den S-Bahnen in Berlin, am 12. mit den Straßenbahnen in Mainz sowie dem Busbetrieb im Hunsrück, der Region Nahe, in Rheinhessen, in Wiesbaden und dem Main-Taunus-Kreis, aber auch am 19./20. in Nordwestmecklenburg und auf Rügen. Ab dem 20. mussten in Lübeck acht Turnhallen wegen Schneemassen auf den Dächern geschlossen werden. Am 18. und 19. wurde der Fährverkehr zwischen Sassnitz und Trelleborg (Schweden) wegen Sturm eingestellt. Am 29. ertrank bei starkem Wind und einer Wellenhöhe bis einem Meter ein Angler auf der Ostsee, nachdem sein Kajak gekentert war.

April 2013
Stürmischer Wind ließ am 18. in Niedersachsen und Schleswig-Holstein Sandwolken aufwirbeln, die auch auf Straßen und Autobahnen zu Unfällen auf Grund von plötzlichen Sichteinschränkungen führten. In Tarp bei Flensburg wirbelten große Staubwolken auf, als ein Landwirt seine Felder pflügte. Ebenfalls wegen Sturmböen blieben der DB-Bahn-Shuttle nach Sylt sowie die Autobahnbrücke der A7 über den Nordostseekanal und die Fehmarnsundbrücke für bestimmte Fahrzeuge wie z.B. Gefahrguttransporte und Campingwagen gesperrt. Nach Absinken der Schneefallgrenze am 20. gab es ca. 5 cm Neuschnee im Bereich Schwäbische Alb – Schwarzwald. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und einigen Unfällen - viele Autofahrer hatten schon auf Sommerreifen umgerüstet. Schwere Gewitter in Bayern und im Erzgebirge überfluteten am 27. einige Ortschaften um Landshut. In Wolfsbach ergoss sich eine Schlammlawine im Ort, in Buch am Erlbach wurde ein Festplatz überflutet. Zahlreiche Keller liefen voll Wasser und ganze Straßenzüge waren überflutet. Nur vereinzelt wurde in diesem Monat Hagel gemeldet. Am 10. aus St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein, am 12. und 19. aus Konstanz am Bodensee, aber vor allem bei einem schweren Unwetter am 27. im Bereich München-Landshut. Hier gab es Hagelkörner bis zu einer Größe von Golfbällen. Die Hagelmassen mussten teilweise mit dem Schneepflug - wie in Bodenkirchen – beseitigt werden.

Mai 2013
Am 9. schlug bei einer Vatertagsfeier ein Blitz in eine Festwiese bei Dabel östlich von Schwerin ein und verletzte 39 Personen teils schwer. Sturm entwurzelte am 11. im Kreis Cuxhaven Bäume, so auch eine große Buche auf dem Campingplatz von Bad Bederkesa. Am 23. kollidierten auf einer nach Graupel- oder Hagelschauer seifigen Fahrbahn mehrere Fahrzeuge – 12 Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Bei Bräunlingen im Schwarzwald-Baar-Kreis kam am 24. eine Fahrerin wegen plötzlicher Schneeglätte von der Straße ab und wurde schwer verletzt. Die größten Schäden verursachten Überschwemmungen durch Starkregen und Dauerniederschlag. Flüsse traten über die Ufer, Straßen standen unter Wasser, Keller liefen voll, Bäume stürzten um, Straßen und Bahnlinien wurden unterspült, Schlammlawinen ausgelöst. In Bohlingen/Singen standen am 2. Keller und Straßen unter Wasser. Über die Städte Traunstein und Mühldorf am Inn wurde am 6. der Ausnahmezustand verhängt – u.a. blieben Autos in gefluteten Unterführungen stecken. Am 7. ergoss sich eine Schlammlawine bis in den Eingangsbereich des Klinikums Naila in Oberfranken. Bei Rudolstadt wurden am 17. von den teilweise überfluteten B88 und B85 Autos weggespült. Ein Erdrutsch blockierte die Bahnstrecke zwischen Rottetal und Stadtilm in Thüringen. In Nierstein in Rheinhessen wurden am 19./20. wegen eines abrutschenden Hangs zwei Häuser evakuiert. In der Nacht zum 28. lösten sich etwa 300 Tonnen Gestein bei Neuhaus an der Pegnitz. Am 30. standen Stadtroda und Bad Köstritz unter Wasser. Bei Letter in Niedersachsen starb eine Radfahrerin nach dem Befahren einer wegen Überflutung gesperrten Straße.

Im Mai wurde in folgenden Regionen Hagel beobachtet: am 1. auf dem Feldberg/Schwarzwald, am 3. in den Alpen und am Alpenrand. In Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu entstand eine 30 cm hohe Hagel-/Graupeldecke. Am 9. gab es örtlich in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen-Anhalt, im Erzgebirge und am Alpenrand Hagel, am 10. am Bodensee, am 11. im Emsland, am 12. örtlich in der Eifel, im Raum Berlin, im Erzgebirge und im Südosten Bayerns, am 15. im Großraum Hamburg und örtlich in Thüringen, am 16. örtlich in Nordhessen mit bis zu 4 cm Korndurchmesser in Bad Arolsen, am 17. im Oberharz und in Thüringen, am 19. im Erzgebirge, am 21. im Alpenvorland und am Alpenrand, am 25. am Bodensee, am 28. in Berlin, am 29. auf dem Feldberg/Schwarzwald und am 31. örtlich in Thüringen und wieder auf dem Feldberg im Schwarzwald. Am 4. wurde ein Tornado südlich von Flonheim in Rheinland-Pfalz und am 12. an der unbewohnten Insel Minsener Oog südöstlich von Wangerooge gesichtet. Am 29. entwurzelte ein dritter Tornado Bäume südlich des Ortes Lockwitz bei Dresden.

Juni 2013
Ergiebiger Dauerregen am Monatswechsel Mai/Juni südöstlich einer Linie Saarland - Vorpommern ließ die Flusssysteme im Osten und Süden anschwellen.
An Rhein, Main und Neckar wurde der Schiffsverkehr eingestellt. Uferbereiche waren überschwemmt und am Mittelrhein liefen Keller voll. In Ober- und Nie-derbayern wurde in mehreren Landkreisen der Katastrophenalarm ausgerufen. Mehrere Bahnstrecken stellten ihren Betrieb ein. Auf Feldern stand das Wasser und ließ das Gemüse verfaulen. Stadtteile und Ortschaften standen unter Wasser. In Passau, wo der Inn in die Donau fließt und die Altstadt unter Wasser stand, erreichte der Pegel mit 12,90 m einen Rekordstand. Im 16. Jahrhundert gab es zuletzt mit Pegelständen um 12.70 m ähnlich hohe Werte. Auch in den östlichen Bundesländern Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden Rekordpegelstände erreicht und Katastrophenalarm ausgerufen. In Grimma, Grüz, und Döbeln standen die Altstadtbereiche komplett unter Wasser. Dies betraf auch viele Städte und Orte im Einzugsgebiet von Elbe, Mulde und Saale. In etwa 14 000 Haushalten fiel der Strom aus. Zehntausende von Menschen wurden evakuiert. Obwohl Deiche mit Sandsäcken erhöht und verstärkt wurden, brachen einige. So geschehen bei Fischbeck über mehrere hundert Meter Länge, wodurch die Elbe einige Kilometer landeinwärts vordringen konnte. Bahnlinien lagen komplett unter Wasser. Eisenbahnbrücken der ICE-Strecken von Berlin Richtung Amsterdam und Frankfurt über die Elbe wurden gesperrt. Vom 8.-10. verursachten Gewitter u. a. folgende Schäden: In Wertheim im Main-Tauber-Kreis kam es zu mehreren Erdrutschen. Durch umgestürzte Bäume war die Bahnstrecke Miltenberg -Tauberbischofsheim tagelang gesperrt. Bei Meiningen verstarb eine Autofahrerin nach einem Unfall auf nasser Fahrbahn. Am 12./13. ließ ein Sturmfeld vom Saarland bis Thüringen zahlreiche Bäume umstürzen. Bei Biblis fuhr ein ICE auf einen Baum und wurde zu einem 7-stündigen Halt gezwungen. Während einer Hitzeperiode vom 18. bis 20. hoben sich auf einigen Autobahnen Betonplatten. Bei Ahrensburg in Bayern verstarb ein Motorradfahrer, als er über eine halbmeterhohe Aufwölbung fuhr und gegen die Leitplanke prallte. Auf dem Bodensee kenterten am 18. während eines Gewitters mit heftigen Böen einige Segler und wurden von der Wasserwacht gerettet, einige Boote sanken. Blitzschläge entfachten am 19. zwischen Bremen und Bremerhaven sowie in Stade Dachstuhlbrände und in Brunsbüttel stürzte das Dach eines Supermarktes wegen Wassermassen aufgrund eines Gewitterregens ein. Auch am 20. /21. zogen heftige Gewitter über Deutschland hinweg. Aus fast dem gesamten Bundesgebiet wurden vollgelaufene Keller und überflutete Straßen gemeldet. An der Mosel kam es dadurch zu Hangrutschen. In Bonn stand u.a. der Bahnhof unter Wasser, während Leipzig den Busverkehr und einige Regionen den Bahnverkehr einstellten. Bad Berka in Thüringen war von der Außenwelt abgeschnitten, da sämtliche Zufahrtsstraßen unpassierbar waren. Der Bahnverkehr Berlin – Frankfurt/Oder war wegen beschädigter Oberleitung beeinträchtigt. Ein Jugendzeltlager im Havelland musste evakuiert werden. Am 24. wurde auf dem Starnberger See in der Nähe von Tutzing für etwa 2 Minuten ein Tornado beobachtet.

Hagel wurde im Juni in mehreren Regionen beobachtet: so am 8. im Rhein-Main-Gebiet und im Erzgebirge, am 15. auf Fehmarn und am Bodensee, am 16. auf Rügen, am 17. auf der Schwäbischen Alb, am 19. auf Norderney und Fehmarn. Am 20. gab es Hagel in der Südhälfte und im Osten Deutschlands – so wurden in Saarburg im Kreis Trier-Saarburg Autos verbeult und in Oerlenbach in Unterfranken außerdem Scheiben zerschlagen, in Unterweikertshofen im Kreis Dachau wurden Pflanzen und Bäume beschädigt, in Philippsthal-Heimboldshausen in Osthessen und Westendorf im Ostallgäu wurden Korndurchmesser bis 6 cm beobachtet, in Sulzbach-Rosenberg in Bayern sogar bis 8 cm. Hagel wurde auch beobachtet am 21. im Weserbergland, am 23. in St. Peter-Ording, am 25. örtlich in Franken und am 27. örtlich am Oberrhein.

Juli 2013
Am 19. schlug ein Blitz in der Wetterwarte des DWD auf der Zugspitze ein, so dass einige Tage keine Messwerte übermittelt wurden. Am 22. brannte - ausgelöst durch die hohen Temperaturen - im hessischen Hattersheim eine Heupresse, das Feuer führte zu einem Flurbrand. In der Zeit vom 23. bis 29. entwickelten sich sehr starke Gewitter, vor allem in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg. Es entstanden vielerorts Schäden durch Sturmböen, Starkniederschlag, Hagel und Blitze. Bei Bottrop setzte am 23. ein Blitz ein Stellwerk der Bahn außer Betrieb. In Oberhausen und Mühlheim-Ruhr standen der Busbahnhof sowie der Bahnhofsvorplatz unter Wasser; in Zweibrücken brannte die Kapelle auf dem Hauptfriedhof. Am 24. wurde in Esslingen der gesamte Oberleitungsbusverkehr lahmgelegt. Die Gewitter begleitenden Fallwinde führten am 25. im Bereich von Rhein und Sieg zu umgestürzten Bäumen, worauf die Bahnstrecke Troisdorf - Bonn - Beuel gesperrt wurde. Zwei Kinder die auf dem Rotter See bei Siegburg kenterten, wurden gerettet. Am 26. war vor allem das südliche Niedersachsen betroffen, in Göttingen und Northeim stürzten Bäume auf Autos. Im thüringischen Eichsfeld wurden 40 Dächer abgedeckt. Die stärksten Gewitter traten am 27. und 28. auf. Von etwa Bielefeld bis hin zur Altmark wurden am 27. in dem gesamten Streckenabschnitt Hagel gemeldet. Insbesondere östlich von Hannover, im Bereich Lehrte, verursachten Hagel mit Körnern bis zu 10 cm Durchmesser und Sturmböen enorme Schäden. Glück hatte eine Frau in Diepholz, die gerettet werden konnte, nachdem eine Baumkrone auf sie gestürzt war. Ein umgestürzter Baum blockierte bei Cloppenburg die ICE-Strecke. Am 28. waren im Raum Tübingen und Reutlingen viele Straßen und Unterführungen überflutet. Es traten dort zudem enorme Schäden durch Hagel auf. Hagel und Starkniederschlag traten an diesem Tag vom mittleren Neckartal und Albtrauf bis nach Mittelfranken und in der Oberpfalz auf und verursachten dort weitere Schäden. Im Berchtesgadener Land löste Blitzschlag einen Waldbrand aus, wodurch 25 Hektar Wald in Flammen aufgingen. Aber auch die Hitze machte sich bemerkbar, insbesondere in Süddeutschland traten ab dem 22.auf Straßen hitzebedingte Deformierungen auf oder es verbogen sich Bahngleise, so am 29. in München.

Hagel trat am 1. in Bonn, im Landkreis Goslar sowie in Espenau bei Kassel auf;
am 7. und 9. auf der Zugspitze; am 19. auf der Zugspitze und in Kreuth; am 26. in Pforzheim; am 27. Sehnde-Ilten bei Hannover, im Raum Peine (5 bis 8 cm), in Bad Münder (4 cm), Gütersloh (4 bis 6 cm), im Raum Wolfsburg (bis zu 5 cm), in Rheda-Wiedenbrück und Lehrte (bis 10 cm); am 28. In Rechberghausen bei Göppingen (3 bis 5 cm), Rottweil, im Raum Karlsruhe, in Bad Boll, Neustadt an der Aisch sowie in weiteren Orten am Nordrand der Schwäbischen Alb.

August 2013
Während der Hitzeperiode zu Monatsbeginn schmolz der Asphalt auf einigen Straßen. Auf der A3 zwischen Diez und Limburg bildeten sich am 2. Risse in der Fahrbahn - in Fahrtrichtung Frankfurt wurden alle drei Spuren gesperrt, der Verkehr musste umgeleitet werden. Ausgedehnte Gewitter führten am 4. in der Südosthälfte u.a. zu folgenden Schäden: Auf dem Bodensee kenterten bei Sturm mehrere Boote und umgestürzte Bäume versperrten die Marienschlucht im Kreis Konstanz, so dass 150 Wanderer über den Seeweg evakuiert werden mussten. Im Freibad von Pleystein in der Oberpfalz verletzten umstürzende Bäume vier Personen. In einigen Bezirken Berlins wurde der U-Bahnverkehr eingestellt, nachdem in Steglitz ein U-Bahnschacht voll Wasser gelaufen war. Auf einem Campingplatz in Lübben im Spreewald wurde eine Jugendgruppe evakuiert, nachdem 22 Kinder durch Blitzschlag verletzt wurden. Heftige Gewitter, begleitet von Sturmböen, Hagel und Starkregen, verursachten am 6./7. vor allem in der Südosthälfte zahlreiche Schäden: Neben vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen sorgten Blitzeinschläge für Brände. Auch der Zugverkehr wurde beeinträchtigt. Bundesweit waren durch umgestürzte Bäume und Blitzeinschläge in Stellwerke etwa 2400 Züge betroffen. Sie kamen verspätet an oder fielen ganz aus. Eine Versorgungsbrücke am Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen riss aus der Verankerung und drohte auf die Gleise zu stürzen. Der Frankfurter Hauptbahnhof konnte vorübergehend nicht angefahren werden, da Zufahrtsstrecken gesperrt waren. Umstürzende Bäume blockierten Straßen. 300 Teilnehmer einer Bergmesse im Allgäu saßen in der Bergstation fest, da durch die Sturmböen die Hochgratbahn bei Oberstaufen nicht fuhr. Wegen heftiger Gewitter im Kreis Neunkirchen im Saarland wurde am 25. ein Rockfestival in Wiebelskirchen abgebrochen.

Hagel wurde im August in folgenden Regionen beobachtet: am 3. und 4. vom Fläming bis ins Erzgebirge. Aus Sachsen wurden am 4. Korndurchmesser bis 5 cm gemeldet; am 5. auf Norderney sowie vom Bodensee bis in die Alpen; am 6. örtlich an der Nordseeküste sowie in einem Streifen von Berlin bis zum Bodensee. Dabei wurde in Undingen im Kreis Reutlingen ein außergewöhnlich großes Hagelkorn dokumentiert, das einen Durchmesser von 14.1 cm aufwies und mehr als 360 g wog. Aus dem Erzgebirge wurden Korndurchmesser bis 4 cm, aus Meuselwitz in Thüringen bis 8 cm gemeldet. Im Raum Zwickau zerbrachen Hagelkörner bis 7 cm Durchmesser Autoscheiben und zerbeulten. Von Hessen bis Brandenburg verursachte der Hagel große Schäden in der Landwirtschaft;
am 7. im westlichen Niedersachsen und auf der Schwäbischen Alb; am 8. in Lindenberg; am 9. im Bayerischen Wald; am 13. in der Uckermark; am 19. am Rhein. Aus Köln wurden Korndurchmesser bis 1.5 cm gemeldet; am 24. wurde Hagel am Bodensee beobachtet. Im August gab es fünf bestätigte Tornados. Am 7. beschädigte ein Tornado bei Frille in Nordrhein-Westfalen Dächer und riss Bäume um. Am 19. wurde einer von St. Peter-Ording aus über der Nordsee beobachtet. Ein weiterer zog eine 8 km lange Schneise bei Pommertshausen in Baden-Württemberg und hinterließ umgeknickte Bäume sowie abgedeckte Dächer. Dabei flogen Dachteile bis zu 1.5 km weit. Getroffen wurde u.a. ein Campingplatz bei Abtsgemünd. Dort stürzten Wohnwagen um, zerrissen Zelte und 27 Personen wurden verletzt - meist Kinder eines Jugendzeltlagers. Aus dem Hammerschmiedesee wurde ein Boot rund 60 m an Land geschleudert. Am 20. wurden zwei Tornados, einer bei Helgoland über der Nordsee und ein weiterer nördlich von Wilhelmshaven über der Jademündung, beobachtet.

September 2013
Gewitter, Starkregen und Sturmböen vom 6. bis 8. hinterließen in verschiedenen Regionen neben vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen u. a. folgende Schäden: Am 6. stürzten am Niederrhein Bäume um und Stromleitungen rissen ab. So hatte die Gemeinde Issum keinen Strom. Bei Xanten rutschte an der B57 auf einer Länge von ca. 400 m ein Erdhang ab und blockierte die Straße. In der Nacht zum 8. waren Teile Baden-Württembergs betroffen. In St. Märgen entliefen Pferde, nachdem das Zelt, in dem sie untergebracht waren, fortgeweht war. In Ihringen und im Westen Freiburgs blockierten Bäume Zufahrtswege und Straßen. In Titisee wurden 30 m eines Bauzaunes umgeworfen, auf dem Töpfermarkt in Wasenweiler wirbelten Absperrungen durcheinander und auf dem Ihringer Blankenhornsberg wurde eine Musiktribüne zerstört. Am 8. wurde in Griesemert bei Olpe in Nordrhein-Westfalen eine Grillhütte teilweise zerstört, Trampoline flogen durch die Luft und Hausdächer wurden beschädigt.
Am 11. kam morgens der S-Bahnverkehr bei Gelsenkirchen zum Erliegen, nachdem bei Sturm ein Baum auf die Oberleitung gefallen war. Hagel wurde im September in folgenden Gebieten beobachtet: am 7. in Lahr; am 8. vom Oberrhein bis zur Schwäbischen Alb; am 11. in Mainz; am 27. am Bodensee. Im September gab es drei bestätigte Tornados in Deutschland. Der erste wurde gleich am 1. über dem Ammersee bei Dießen, der zweite am 9. über der Nord-see nördlich von Langeoog beobachtet. Der dritte beschädigte am 11. in Ampen bei Soest Häuser und Autos und entwurzelte Bäume.

Oktober 2013
Am 10./11. gab es den ersten Wintereinbruch in den Bergen und am Alpenrand. Durch Schneelast stürzten die noch belaubten Bäume auf Bahnstrecken und Straßen. Im Kreis Garmisch-Partenkirchen blieben Kitas und Schulen geschlossen. Am 17. ließen Sturmböen Bäume umstürzen, die die Straßen um Wesendorf bei Gifhorn blockierten. Auch am 22. ließen Sturmböen und Gewitter Bäume auf Oberleitungen stürzen und brachten dem Ruhrgebiet Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Es kam zu Zugausfällen, vor allem im S-Bahnverkehr im Raum Essen-Gelsenkirchen-Oberhausen. In Solingen entgleiste ein Zug, nachdem er mit einem umgekippten Baum kollidiert war. Sturmtief „Burkhard“ ließ am 27. Bäume umfallen und verursachte u. a. folgende Schäden: Auf dem Lindlarer See bei Köln kenterte ein Boot, ein Mann ertrank. In Koblenz fiel der Strom aus und in Staufenberg bei Gießen wurden Hausfassaden und Dächer beschädigt. In einem Wildpark bei Stuttgart fiel ein Baum auf zwei Frauen und verletzte sie schwer. Orkantief „Christian“ hinterließ am 28. große Schäden nördlich der Mainlinie: In Gelsenkirchen erschlug eine Buche einen Mann und ein Kind in ihrem Wagen, in Jever wurde ein Frau von einem Baum tödlich getroffen, in Göhl bei Oldenburg/Holstein stürzte eine Mauer auf eine Frau und in Flensburg brachte ein umstürzender Baum einem Mann den Tod. Zahlreiche Bäume fielen um und blockierten Straßen und Bahnlinien. Der Regionalverkehr wurde in Schleswig-Holstein eingestellt und auch in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern war der Bahnverkehr zum Teil erheblich gestört. An der Nordseeküste wurde der Fährverkehr nach Helgoland und zu den ostfriesischen und nordfriesischen Inseln eingestellt. In Hamburg wurden einige Hafenanlagen sowie der Fischmarkt überschwemmt. Gebietsweise kam es in Küstennähe zu Stromausfällen und an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern knickten viele Telefon- und Strommasten ab. An der Universität Göttingen stürzten Fassadenplatten auf mehrere Autos. Das Dach der Universität Flensburg wurde abgedeckt und fiel auf Parkplätze. Ein Tornado wurde am 1.über der Flensburger Förde vor Langballig beobachtet. Hagel wurde am 1. auf Rügen, am 26. in Göttingen und am 28. auf Fehmarn sowie in St. Peter-Ording – dort auch am 29. - beobachtet.

November 2013
Wetterschäden traten in diesem November in Form von Unfällen infolge von Eis- und Schneeglätte auf. Am 10. gab es nach Schneefällen im Hochschwarzwald zahlreiche Unfälle. Bei Lenzkirch kam ein Bus von der Straße ab. Der Winterdienst barg die Insassen, da sich die Türen nicht mehr öffnen ließen. Vom 19. bis 21. kam es vor allem in Thüringen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen zu Unfällen auf schneebedeckten Straßen. Lange Staus bildeten sich nachdem ein Lkw zwischen Gotha und Oberhof umgekippt war und die Straße blockierte. Bei Kastel im Saarland kippte ein Lkw in einen Straßengraben und in Kirkel-Neuhäusel wurde ein Kind durch einen ins Rutschen gekommenen Pkw verletzt. Am 26. führte Eisglätte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern wiederum zu Unfällen. Bei einem Frontalzusammenstoß in Bielefeld wurden zwei Autofahrer schwer verletzt. Bei Kerpen im Rhein-Erft-Kreis geriet ein Wagen ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Der Fahrer wurde schwer verletzt. In Südhessen wurden zwei Bundesstraßen wegen Glatteis für den Lkw-Verkehr gesperrt. Betroffen waren die B3 bei Darmstadt/Wixhausen und die B47 bei Michelstadt. Bei Büdingen wurde eine Fahrerin schwer verletzt, als sie mit ihrem Wagen gegen eine Hauswand schleuderte. Auf der B2 bei Penzendorf in Mittelfranken wurde ein Sanitäter schwer verletzt, als er bei einer Hilfsaktion durch ein schleuderndes Auto erfasst wurde. Am 28. kam es durch gefrierenden Regen zu zahlreichen Unfällen in Mittelhessen, Südthüringen und Bayern. Bei Alsfeld musste die A5 in Richtung Süden gesperrt werden, nachdem in der Nacht ein Laster ins Schleudern geriet und zwei Kleintransporter in den querstehenden Lkw fuhren. Um Suhl in Thüringen wurden binnen einer halben Stunde etwa 30 Karambolagen gemeldet; 45 Personen wurden wegen Knochenbrüchen und Gehirnerschütterungen nach Stürzen im Krankenhaus behandelt. In Dornheim in Unterfranken verkeilte sich ein Lkw zwischen zwei Wohnhäusern. Bei Regensburg und Straubing gab es etwa 75 Unfälle mit insgesamt 20 Verletzten. Hagel wurde in diesem Monat nur auf dem Feldberg im Schwarzwald und zwar am 3., 05., 9. und 29. beobachtet.

(Pressemitteilung: Deutscher Wetterdienst)

 

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