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16:51 Uhr - Die zur Ermittlung des Unterganges der Raumsonde Phobos-Grunt eingesetzte staatliche Kommission kann statt der konkreten Ursachen für den Absturz nur Vermutungen vorlegen, weil es weder Bruchteile des Apparats noch Fernmessungen vorliegen. Das sagte ein Vertreter der russischen Luft- und Raumfahrtbranche RIA Novosti am Dienstag vor dem Hintergrund der Spekulationen über einen ungünstigen Einfluss von US-Radars auf die Geräte der Raumsonde.

Phobos-Grunt, die erste russische interplanetare Raumsonde seit 15 Jahren, war am 9. November vom Raumbahnhof Baikonur gestartet. Da ihre Triebwerke nicht wie geplant angesprochen hatten, konnte die Raumstation nicht die vorgesehene Übergangsbahn zum Mars erreichen und blieb auf einer erdnahen Umlaufbahn stecken. Die Versuche, mit dem Apparat Verbindung aufzunehmen, waren erfolglos. Am vorigen Sonntag stürzten Bruchstücke von Phobos-Grunt auf die Erde. Dabei gibt es bisher keine Klarheit über die tatsächliche Zeit und den Ort des Absturzes.

„Anhand von Bruchstücken des Apparates kann man mit 90-prozentiger Sicherheit die Ursache der Havarie feststellen. Da es diese aber nicht gibt, so ist das ein Lesen im Kaffeesatz. Es gibt keine Bruchstücke und keine Fernmessung. Die Experten beginnen, verschiedene Ursachen zu nennen, die zu der Panne geführt haben konnten. Im Bericht an den Chef der Russischen Weltraumagentur Roskosmos, Wladimir Popowkin, den die staatliche Kommission zur Ermittelung des Zwischenfalls mit der Raumsonde vorlegen wird, werden am ehesten lediglich Vermutungen über die mögliche Ursache des Unterganges des Apparates und keine realen Schlüsse enthalten sein“, sagte der Gesprächspartner der Nachrichtenagentur.

Das offizielle Gutachten zum Fehlschlag der Phobos-Grunt soll die staatliche Kommission Popowkin am 26. Januar vorlegen.

Experten haben unterschiedliche Versionen dazu, warum das Marschtriebwerk der Raumsonde nicht angesprochen hat. Nach einer Version von Roskosmos konnte sie durch Einwirkung von außen beschädigt worden sein.  Der russische Vizepremier Dmitri Rogosin äußerte am 17. Januar, er schließe einen Zusammenhang der Havarie mit der Einwirkung eines US-Radars nicht aus.
(RIA Novosti)

 

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