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Offenbach – Der Winter 2011/12 verlief insgesamt vergleichsweise mild, bei deutlichem Niederschlags- und leichtem Sonnenscheinüberschuss. Nachdem im Herbst 2011 noch zahlreiche Hochdruckgebiete die Witterung in Deutschland bestimmt hatten, kam Anfang Dezember eine ausgeprägte westliche Strömung in Gang, mit der zahlreiche Sturmtiefs über Nordeuropa ostwärts zogen. Sie führten überwiegend milde und sehr feuchte Luft heran. Mit einer Unterbrechung Mitte Januar hielt diese Großwetterlage acht Wochen lang an. Erst Ende Januar stellten sich den nordeuropäischen Sturmtiefs umfangreiche Hochdruckgebiete in den Weg, die aus Sibirien kommend sich bis Nordwestrussland erstreckten und eisige Kälte nach Mitteleuropa schaufelten. So herrschten – je nach Region – für zwei bis drei Wochen strenge Fröste in ganz Deutschland. Erst ab Mitte Februar konnte sich allmählich wieder mildere Luft durchsetzen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Trotz eisiger erster Februarhälfte vergleichsweise milder Winter

Im Winter 2011/12 lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland mit 1,0 Grad Celsius (°C) um 0,8 Grad höher im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Verhältnis zur Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung lediglich +0,1 Grad. Von Anfang Dezember bis Ende Januar und in der zweiten Februarhälfte befand sich Deutschland meist im Zustrom milder Luftmassen. Am höchsten kletterte das Quecksilber dabei im 983 m hoch gelegenen Mittenwald-Buckelwiesen am 24. Februar auf 17,3°C. Von Ende Januar bis Mitte Februar gelangte nahezu ganz Europa dagegen in den Einflussbereich der riesigen, nordwestrussischen Hochdruckgebiete „Cooper“ und „Dieter“, die Deutschland vorübergehend unter eisiger Kälte aus Nordosten erstarren ließen. Verbreitet traten strenge Fröste von unter -20°C auf. Die kälteste Nacht registrierten die Meteorologen des DWD in Oberstdorf am 6. Februar mit -29,4°C. An einigen Messstellen, vor allem in Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern, wurden lange bestehende Rekorde unterboten.   

Ein nasser Winter – im Westen wenig und im Süden viel Schnee

Mit einer Niederschlagsmenge von etwa 249 Litern pro Quadratmeter (l/m²) das entspricht 138 Prozent des Solls von 181 l/m² - gehört der Winter 2011/12 in Deutschland zu den acht nassesten seit 1881. Die größten Gesamtsummen entstanden im West- und Nordweststau der Gebirge, wobei Freudenstadt im Schwarzwald mit etwa 687 l/m² an der Spitze lag. Am trockensten blieb Artern im nördlichen Thüringen mit nur 80 l/m². Die höchste Tagesmenge meldete Beerfelden im Odenwald am 4. Dezember mit 70,3 l/m². Während der Winter 2011/12 in vielen Regionen des Westens nur sehr wenig oder überhaupt keinen Schnee brachte, fielen im Süden, besonders im Alpenvorland, teilweise erhebliche Schneemassen. In Reit im Winkl türmte sich die „weiße Pracht“ am 16. Februar immerhin 120 cm hoch auf.

Sonnenscheindauer überdurchschnittlich

Trotz der Nässe erlebte Deutschland auch einen sonnenscheinreichen Winter: Mit 182 Stunden übertraf er das Soll von 154 Stunden um 18 Prozent. Die sonnigste Station hieß Lenzkirch-Ruhbühl im östlichen Schwarzwald mit 238 Stunden, die sonnenärmste war Lennestadt-Theten im Sauerland mit etwa 129 Stunden.

(Quelle: DWD / Foto: © Thomas Glaser - pixelio.de)

 

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