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Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation übernimmt Notfallkartierung

Oberpfaffenhofen - Bei der Katastrophenbewältigung des aktuellen Elbehochwassers sind rasch verfügbare und hoch aufgelöste Bilder aus dem Weltall eine wesentliche Informations- und Entscheidungsgrundlage. Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat das Projektmanagement für die satellitengestützte Kartierung der betroffenen Gebiete in Deutschland und Tschechien übernommen. Es folgt damit einer entsprechenden Anfrage der "International Charter Space and Major Disasters", die in den vergangenen Tagen vom Gemeinsamen Lage- und Meldezentrum des Bundes und der Länder (GLMZ) und von der Europäischen Kommission ausgelöst wurde, um den Freistaat Sachsen und die Tschechische Republik bei der Katastrophenbewältigung zu unterstützen. Anfang dieser Woche hat das ZKI bereits die ersten Notfallkarten erstellt.

Nach der verheerenden Flut im August 2002 wird das Gebiet der Elbe  derzeit erneut von Hochwasser heimgesucht. Starke Regenfälle führten zusammen mit der Schneeschmelze im Riesengebirge zu einem enormen Anstieg der Elbe am Pegel Dresden. In Dresden mussten flussnahe Gebiete evakuiert werden, ganze Ortsteile mehrerer Städte entlang der Elbe stehen unter Wasser. In vier sächsischen Landkreisen wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Zahlreiche Helfer der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerkes (THW) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind im Katastrophengebiet im Einsatz.

Das ZKI liefert den Einsatzkräften vor Ort Kartenmaterial, das ihnen rasch einen Überblick über die überfluteten Gebiete gibt. Die Daten für die Kartierung stammen von Wetter- und Erdbeobachtungssatelliten. Insgesamt haben derzeit sechs Satelliten ihre Objektive beziehungsweise Antennen auf das Katastrophengebiet ausgerichtet - neben europäischen auch ein kanadischer, ein argentinischer und ein indischer Satellit. Um an die so genannten Rohdaten der Satelliten zu gelangen, nutzt das ZKI unter anderem die DLR-eigenen Empfangsantennen und bezieht Bilddaten von den Partnerorganisationen der Charter (hier im Bild IRS-P6 Daten der Firma EUROMAP). Die Rohdaten werden für die Anwendungen vor Ort aufbereitet und dann als Kartenmaterial via Internet an die Einsatzkräfte verteilt. Die Auswertungen erfolgen auch in Kooperation mit europäischen Partnern im Rahmen des GMES Service-Elements RiskEOS der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) ist ein Service des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums (DFD) des DLR. Seine Aufgabe ist die schnelle Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Satellitendaten bei Natur- und Umweltkatastrophen, für humanitäre Hilfsaktivitäten und für die zivile Sicherheit. Die Auswertungen werden nach den spezifischen Bedürfnissen für nationale und internationale politische Bedarfsträger sowie Hilfsorganisationen durchgeführt.


(Quelle: DLR)

 

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