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Die Radiosonde ist ein Messgerät, das in der Aerologie eingesetzt wird. Sie dient der direkten Messwertentnahme in der Atmosphäre. Der Vorteil der direkten Messwertentnahme gegenüber anderen Datengewinnungsverfahren (meist Fernerkundungsverfahren, z.B. Wettersatelliten) besteht darin, dass die Atmosphäre nur per Radiosonde mit ausreichender Höhenauflösung und Genauigkeit vermessen werden kann.

Es entsteht ein genaues Bild über den momentanen Zustand der einzelnen Luftschichten. Dem Namen entsprechend besteht das Gerät aus einem Sendeteil (Radio-) und einem Teil mit Messfühlern (-sonde). Direkt gemessen werden der Luftdruck, die Luftfeuchte und die Lufttemperatur. Indirekt wird aus dem Windversatz der Radiosonde der Höhenwind bestimmt.

Die Radiosonde wird mit Hilfe eines Gasballons vom Startplatz aus bis in große Höhen befördert (Aufstiegsgeschwindigkeit ca. 300 m/min). Während dieses Aufstieges werden über die Messfühler ständig Messwerte genommen und über die Sendeeinheit an die Bodenempfangsstation übertragen. Die Verfolgung der Ballonposition zur Höhenwindbestimmung geschieht auf verschiedene Art und Weise, am verbreitetsten ist die Radarverfolgung oder die Verfolgung mit Hilfe von GPS (Global Position System).

Ein typisches Radiosondenaufstiegsgespann besteht aus einem mit Wasserstoff gefüllten Gummiballon (spezieller Latex mit 0,05 - 0,1mm Wandstärke), einem Papierfallschirm, ggf. einem Radarreflektor (mit Reflektorfolie bespanntes Pappkreuz) und natürlich der Radiosonde mit ggf. GPS-Empfänger. Alle Teile sind durch Schnüre verbunden, wobei sich die Radiosonde ca. 30m unter dem Ballon befindet. Beim Aufsteigen dehnt sich der Ballon wegen des abnehmenden Luftdrucks ständig aus, bis er in ca. 20-30km Höhe platzt. Die Radiosonde fällt dann, von einem Fallschirm gebremst, wieder zur Erde zurück.

Die Radiosonde kann über die Sondenflugbahn des Deutschen Wetterdienstes oder über eigene Radiosonden-Empfangsgeräte verfolgt werden. Die jeweilige Position des Ballons und der Landeort ist daraus ersichtlich.

Immer mehr Interessierte verfolgen die Flugbahn und suchen anschließend den Landeplatz des Wetterballons um ihn anschließend zu bergen. Weitere Informationen bietet der Deutsche Wetterdienst im Internet. Außerdem sind über YouTube mehrere Videos von Michael Lausmann über dieses Thema zu finden.

(Stefan, DK7STJ OV P12 + WRS)

https://www.dwd.de/DE/derdwd/messnetz/atmosphaerenbeobachtung/rasomon/rasomon_node.html
https://sites.google.com/view/oe3jtb/suchenfinden

 

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