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11:33 Uhr, 14. Dezember - Das neue russische Raumschiff „Orjol“ stellt sich als zu schwer heraus, um wie geplant 2030 erste Kosmonauten zum Mond zu bringen. Im Kampf gegen das Übergewicht legt der Hersteller RKK Energija auch für die Crew Gewichtsgrenzen fest. Korpulente Flugkandidaten müssen nun um ihre Auswahl fürchten.

Das russische Raumfahrtunternehmen RKK Energija hat einen Gewichtsüberschuss bei dem im Bau befindlichen Raumschiff „Orjol“ (auch bekannt als „Federazija“) festgestellt, das 2030 erste Russen auf den Mond bringen soll. Nach Angaben des bei Moskau ansässigen Unternehmens bringt das Raumschiff 22.343 Kilogramm auf die Waage und ist damit genau 2495 Kilo zu schwer, um wie vorgesehen von den Trägerraketen „Angara“ und „Jenissej“ ins All transportiert werden zu können.

Der zulässige Grenzwert bei der Masse sei überschritten worden, geht aus den Unterlagen von RKK Energija hervor, die Sputnik vorliegen. Demnach sind fast alle Systeme des neuen Schiffes, vom Triebwerk bis zum Lebenssicherungssystem, schwerer als sie hätten sein dürfen. Bei der aktuellen Masse könnte das Schiff lediglich auf eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden.

Raumschiff mit Übergewicht

RKK Energija hat nach eigenen Angaben Maßnahmen konzipiert, um die Masse des Schiffes doch noch zu verringern - unter anderem auch auf Kosten der Besatzung.

Aus Unterlagen des Raketenherstellers geht hervor, dass die gesamte Nutzlast, die das neue Schiff ins All bringen kann, auf 420 Kilogramm begrenzt worden sei. Dies schließt nicht nur 100 Kilogramm Nutzfracht sondern auch die Masse der vierköpfigen Crew mit ein, also 80 Kilogramm pro Besatzungsmitglied. Rechnet man den zehn Kilo schweren Raumanzug weg, bleiben nur noch 70 Kilo pro Kopf übrig.

Bisher dürfen sich in Russland Anwärter mit einem Körpergewicht zwischen 50 und 90 Kilogramm um die Ausbildung zum Kosmonauten bewerben. Von den bereits ausgewählten Raumfahrtkandidaten wird nun nicht jeder zum Mond fliegen können.

An dem neuen bemannten Raumschiff wird in Russland seit zehn Jahren gebastelt. Es soll die bewährte Sojus ablösen, die seit den 1960-ern im Einsatz ist. „Orjol“ (ehemals „Federazija“) hätte eigentlich bereits 2015 zum ersten Testflug abheben sollen. Der Termin wurde auf 2023 verlegt. Nach dem neuen Plan soll das Schiff ab 2026 erstmals und vorerst unbemannt um den Mond fliegen. Schon vier Jahre später soll das neue Raumschiff erste russische Kosmonauten zur Oberfläche des Erdtrabanten befördern.

sp/ae

(Quelle: Sputnik Deutschland / Copyright © Sputnik)

 

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