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17:02 Uhr - Nach dem missglückten Start einer Sojus-Rakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ist es „der russischen Automatik-Technik zu verdanken, dass beide Kosmonauten überlebt haben“. Das sagt Gerhard Kowalski, Weltraum-Experte und Raumfahrt-Journalist aus Berlin. Im Sputnik-Interview erklärt er Hintergründe des Fehlstarts.

„Es hat offenbar Probleme mit dem Triebwerk gegeben bei der Abtrennung der zweiten Raketenstufe“, erklärte Raumfahrt-Experte Gerhard Kowalski gegenüber Sputnik am Donnerstagnachmittag. „Dieser Fehler aktivierte die Automatik der Rakete. Diese Automatik wiederum brachte die Landekapsel außer Gefahr. Hätte diese Technik nicht so gut funktioniert, würden die beiden Kosmonauten jetzt nicht mehr am Leben sein.“ Das sei ein gutes Beispiel für funktionierende russische Weltraum-Technik. Das russische Raumschiff sollte zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen.

„Die russische Raumfahrt hat einen schweren Rückschlag erlitten“, schrieb der Berliner Raumfahrt-Journalist zuvor am Donnerstagmittag auf seiner Internet-Seite. „Der Start des Raumschiffes Sojus MS-10 mit dem Russen Alexej Owtschinin und dem Amerikaner Nick Hague an Bord ist am Donnerstag fehlgeschlagen.“ Die Besatzung habe überlebt und Kontakt zu Bergungsmannschaften aufgenommen. Das von Kowalski genannte „System zur Notfallrettung“ (SAS) habe funktioniert: „Es sorgt dafür, dass die Landekapsel des Havaristen aus der Gefahrenzone katapultiert wird und ballistisch landet.“ Eine Kommission zur Untersuchung der Havarie habe bereits die Arbeit aufgenommen.

Kann Kommission Rätsel lösen?

Dmitri Rogosin, Chef der russischen Raumfahrtagentur „Roskosmos“, berichtete, bereits kurz nach dem Unglück sei eine Ermittlungskommission zur Untersuchung der Havarie-Ursachen gebildet worden.

„Um die Unfallursache bei der Trägerrakete Sojus-FG festzustellen, wurde auf meine Entscheidung hin eine staatliche Kommission gebildet. Sie hat bereits ihre Arbeit aufgenommen, und es wird eine telemetrische Untersuchung durchgeführt.“

Unglück mit Folgen für ISS-Programm

„Die Folgen des verhängnisvollen Fehlstarts sind noch nicht abzusehen“, schreibt Raumfahrt-Experte Kowalski auf seiner Homepage. „Auf jeden Fall werden die bemannten Starts zur Internationalen Raumstation ISS erst einmal für längere Zeit unterbrochen, bis die Ursache geklärt und abgestellt ist. Damit gerät allerdings das ISS-Programm arg durcheinander. Die derzeitige dreiköpfige Besatzung mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst, dem Russen Sergej Prokopjew und der Amerikanerin Serena Aunon-Chancellor wird lange Zeit allein in der Station arbeiten müssen. Ihre Versorgung ist aber gesichert.“

Alexander Boos

(Quelle: Sputnik Deutschland / Copyright © Sputnik)

 

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