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05. November 1929 - Herzkatheter - Selbstversuch Drucken E-Mail
05. November 1929

Ein Tag im Spätsommer des Jahres 1929 an einem kleinen Krankenhaus in der brandenburgischen Provinz, genauer: in Eberswalde. Ein 25-jähriger Assistenzarzt nahm einen dünnen Gummischlauch, an der Spitze des Gummischlauchs war eine Nadel befestigt. Dann fettete der junge Mann den sticknadeldünnen Schlauch mit sterilem Olivenöl ein. Von einem Freund ließ er sich die Ellenbogeninnenseite betäuben. Außer den beiden war keiner im Raum. Der Freund versuchte den Assistenzarzt zu überzeugen, es sich noch einmal genau zu überlegen, von einer großen Dummheit sprach er.

Der Assistenzarzt aber nahm den Schlauch und führte ihn in die linke Ellenbogenvene ein. Er schob ihn durch den Oberarm in Richtung Herz. In der Schlüsselbeingegend bei 35 cm begann er zu husten, sein Freund zog den Schlauch unter heftigen Vorwürfen und Gerangel wieder heraus.

Der junge Arzt hieß Werner Forßmann, und er wollte nicht mehr und nicht weniger als neue Therapieformen für das Herz entdecken. Die bekannten Herzuntersuchungsmethoden waren für Forßmann unzulänglich. Es gab das Beklopfen des Patienten und das Abhorchen, die Röntgenaufnahme und schließlich die Elektrokardiographie, das EKG.

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