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19. Februar 1473 - Geburtstag Nikolaus Kopernikus

kopernikus219. Februar 1473

Nikolaus Kopernikus, lateinisch Nicolaus Copernicus, polnisch Mikołaj Kopernik, war Administrator, praktizierender Arzt und Astronom. In seinem Hauptwerk "De Revolutionibus Orbium Coelestium" beschrieb er das heute allgemein akzeptierte Modell des Sonnensystems, gemäß dem sich die Planeten um die Sonne bewegen und die Erde sich um die eigene Achse dreht.

Herkunft und Loyalität

Die Familie Koppernigk gehörte zur Bürgerschaft der Hansestadt  Thorn, die sich mit dem Preußen Königlichen Anteils der Krone Polens unterstellt hatte.

Sein Vater Niclas Koppernigk war ein wohlhabender Kupferhändler und Schöffe in Thorn. Nikolaus war zehn Jahre alt, als sein Vater 1483 starb. Sein Onkel Lucas Watzenrode (1447–1512), der Bruder seiner Mutter Barbara Watzenrode, sorgte nach dem Tod seines Vaters für die Ausbildung der vier Waisen und wurde 1489 Fürstbischof im Ermland. Der ältere Bruder Andreas schlug den gleichen Lebensweg wie Nikolaus ein, erkrankte aber um 1508 an Aussatz, wurde später ausgeschlossen und starb um 1518 vermutlich in Italien. Die ältere Schwester Barbara wurde Äbtissin im Kulmer Kloster, die jüngere Katharina heiratet Barthel Gertner. Kopernikus hielt stets seine Familienkontakte aufrecht. So sorgte er später für Kinder des Reinhold Feldstett, der mit der Tochter eines Onkels von Kopernikus, Tilman von Allen verheiratet war. Im Danziger Dokument erschien als gemeinsamer Vormundt der Frauenburger Domherr vor Burgermeister und Rathman der stadt Dantzick... Hern Nicolai Koppernick, des wirdigen gstichts zur Frawenborck thumherrn im jare tawsent funfhundert sechs und dreysick.

Die 1231 vom Deutschen Orden gegründete Stadt sagte sich im Bund mit anderen Städten des Ordenslandes 1454 von der Herrschaft des Ordens los und unterstellte sich dem polnischen König (Kasimir IV. Jagiello) als Schutzherrn unter Zusage weitgehender Selbstständigkeit und weiterhin gemeinsamer ius indigenatus. Preußischer Bürgerschaftsrechte in den verschiedenen Preußischen Landen. Als Resultat des Dreizehnjährigen Krieges beziehungsweise des 2. Thorner Friedens wurde das westliche Preußen als Preußen Königlichen Anteils in Personalunion mit Polen-Litauen verbunden. Das exempte Fürstbistum Ermland war trotz weitgehender Autonomie auf das Engste mit dem königlichen Preußen verbunden. Das östliche Preußen blieb Deutschordensstaat, musste sich aber der polnischen Krone zur Treue verpflichten. Der letzte Hochmeister Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach widersetzte sich wie seine Amtsvorgänger dagegen, dem polnischen König einen Eid zu leisten, und führte Krieg gegen die Länder der polnischen Krone. Dann änderte er seine Politik, führte im Jahre 1525 die Reformation ein, und ließ sich vom polnischen König (Sigismund I.), den er nun als Lehensherrn anerkannte, die erbliche Herzogswürde über das bisherige Ordensgebiet verleihen.

Das Leben und politische Wirken von Kopernikus spielte sich in diesem politischen Spannungsfeld ab. Als 10-jähriger, nach dem Tod der Eltern, lebte Kopernikus im Ermland und wurde dort von seinem Onkel Lucas Watzenrode aufgezogen und ausgebildet.

Im Jahre 1512 schwor Kopernikus in seiner Funktion als vorübergehender Kanzler des Ermländer Domkapitels dem polnischen König Sigismund I. dem Alten, der die Oberhoheit über das Fürstbistum Ermland ausübte, seine Loyalität. Einige Jahre zuvor hatten Sigismunds Eltern, das Königspaar Kasimir IV. Jagiello und Elisabeth von Habsburg, versucht, Sigismunds Bruder Friedrich anstelle von Kopernikus' Onkel Watzenrode als Ermländer Fürstbischof durchzusetzen, wogegen sich das preußische Ermland wehren konnte, da nur eingeborene Preußen das Indigenat hatten.

Zur Zeit des Reiterkrieges Albrechts gegen Polen und das königlich-polnische Preußen ging er nach Frauenburg zurück, dann aber nach dessen Zerstörung durch Ordenstruppen im Herbst des Jahres 1520 wieder nach Allenstein, das er mit polnischer Unterstützung gegen Angriffe der Truppen Albrechts sicherte. Aufgrund seiner Leistungen für die Verteidigung wurde Copernicus zum Kommissar des Ermlands ernannt und mit dem Wiederaufbau beauftragt.]

Etwa zeitgleich mit der Reformation im nun herzoglichen Preußen schlossen sich auch große Teile des königlichen Preußens der Glaubensrichtung Luthers an. Das Fürstbistums Ermland wurde jedoch weiterhin katholisch gehalten, vor allen Dingen durch die Fürstbischöfe Stanislaus Hosius und Martin Cromer und die Ansiedlung der Jesuiten. Kopernikus selbst blieb katholisch, blieb aber Evangelischen gegenüber aufgeschlossen, wofür sein Zusammenwirken mit seinem einzigen Lehrling besonders beispielhaft ist. Neben seinen Aufgaben im Fürstbistum Ermland in Preußen hatte Kopernikus noch eine langjährige Stelle als Canonicus eines Stiftes im Heiligen Römischen Reich, in Breslau.

Als Bischof Mauritius Ferber 1537 starb, war Kopernikus einer der vier Domherren des Ermlands auf der Wahlliste der eingeborenen Preußen, die als zukünftige Fürstbischöfe vorgeschlagen wurden. Die anderen drei waren der Kulmer Bischof Johannes Dantiscus, Domkantor Johannes Zimmermann und Domherr Achatius von der Trenck.

Ausbildung

Nikolaus besuchte die Sankt Johannes Schule in Thorn und von 1491–94 besuchten die Brüder Koppernigk die Universität in Krakau, wo im Wintersemester 1491/2 im Album studiosorum Universitatis Cracoviensis ein Nicolaus Nicolai de Thuronia  verzeichnet ist, mit dem Vermerk, er habe alles bezahlt.

Er war dort unter anderem Schüler von Albert Blar, auch genannt Albert de Brudzewo und Leonhard von Dobschütz (um 1450–1508), erlangte dort aber keinen Abschluss. Er lernte auch Laurentius Corvinus (Lorenz Rabe, 1465–1527) kennen, einen schlesischen Gelehrten, der später in Thorn tätig war.

Im Jahre 1495 wurde er zum Kanoniker der ermländischen Domschule in Frauenburg ernannt: Nicolaus de Thorn, nepos episcopi. Watzenrode schickte ihn und den Bruder Andreas an die Universität Bologna, wo er 1496 zum Jurastudium antrat und, wie erst nach Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt wurde, in den Matricula Nobilissimi Germanorum Collegii bzw. Annales Clarissimae Nacionis Germanorum der Natio Germanica Bononiae mit dem Eintrag Dominus Nicolaus Kopperlingk de Thorn – IX grosseti verzeichnet ist.

In Bologna studierte Kopernikus, neben Griechisch bei Urceus Codrus, auch Astronomie und lernte bei Domenico Maria Novara da Ferrara neuere Theorien zur Bewegung der Planeten kennen. Im Jahr 1499 erhielt er möglicherweise einen Magistergrad in utroque jure. Zum Doktor des kanonischen Rechts wurde er jedoch am 31. Mai 1503 an der Universität Ferrara promoviert, wo dies vermutlich finanziell günstiger war: Nicolaus Copernich de Prusia wird darin bezeichnet als ermländischer Kanoniker und Scholasticus der Heilig-Kreuz-Kirche in Breslau, der in Bologna und Padua studiert hat. Anfang Januar 1504 nahm er auf der Marienburg an einem preußischen Landtag teil, anschließend wurde er noch einmal nach Italien geschickt, um zwei Jahre Medizin zu studieren, was er an der Universität Padua tat, jedoch ohne Abschluss. Die seit 1726 von dem dortigen Archivar Nicolaus Comnenus Papadopoli verbreitete Behauptung, dass Kopernikus in einer polnischen Natio verzeichnet sei, erwies sich im 19. Jahrhundert ebenso als Falschangabe wie der angebliche Erwerb des Grades eines Doctor medicinae, der im Frauenburger Epitaph von Cromer und daher in vielen veralteten Quellen erwähnt wird.

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