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18. Dezember 1995 - Todestag Konrad Zuse Drucken E-Mail
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18. Dezember 1995

Konrad Ernst Otto Zuse (* 22. Juni 1910 in Berlin) war ein deutscher Bauingenieur, Erfinder und Unternehmer (Zuse KG). Mit seiner Entwicklung des Z3 im Jahre 1941 baute er den ersten universellen Computer der Welt.

Herausragende Leistungen

Mit der Entwicklung, Konstruktion und Errichtung seiner ersten Computer (Z1–Z4), die jeweils auf den neuesten Schaltertechnologien aufbauten, schrieb er Forschungsgeschichte. Durch seine spätere Tätigkeit als Computerhersteller war er auch in großem Maße an der Einführung des Computers in Unternehmen der Wirtschaft beteiligt.

Zuse hat die Methode der computergerechten Gleitkommazahlen auf Basis der Komponenten von Mantisse und Exponent theoretisch entwickelt und praktisch realisiert. Mit diesem Verfahren berechnet heute jeder gängige Computer Gleitkommazahlen, vom Taschenrechner bis zum Cluster. Auch die weithin verwendete IEEE-754-Normierung, d. h. die Festlegung auf ein bestimmtes Gleitkommazahlenformat, ist eine Folge von Zuses Grundlagenarbeit.

Durch seine Spezifizierung der Programmiersprache Plankalkül entwarf er die erste universelle Programmiersprache der Welt.

Leben

Konrad Zuse wurde am 22. Juni 1910 in Berlin geboren. Seine Eltern waren Maria und Emil Zuse. Als er zwei Jahre alt war, zog die Familie in das ostpreußische Braunsberg, wo der Vater als Postbeamter arbeitete. In Braunsberg besuchte er das humanistische Gymnasium Hosianum. Schon früh entdeckte er seine Vorliebe für Technik und Kunst und begann, erste Erfindungen zu machen. Sehr oft musste er aber feststellen, dass vieles einfach schon erfunden war. Als er in der 9. Klasse war, zog die Familie Zuse nach Hoyerswerda, wo er das Reform-Realgymnasium, das heutige Lessing-Gymnasium, besuchte. Dort legte Konrad Zuse 1928 sein Abitur ab.

Er studierte an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg (heute Technische Universität Berlin) zuerst Maschinenbau, wechselte schnell zu Architektur und schließlich zu Bauingenieurwesen. Dies erschien ihm die ideale Kombination aus Ingenieur und Künstler.

1935 schloss er sein Ingenieurstudium mit einem Diplom ab. Danach arbeitete er als Statiker bei den Henschel-Flugzeugwerken in Schönefeld bei Berlin. Nur ein Jahr später begann er selbstständig am Bau eines programmierbaren Rechners zu arbeiten. Vorüberlegungen gingen bis 1934 zurück. Da die Berechnungen in der Flugstatik sehr monoton und mühselig waren, kam ihm die Idee, diese zu automatisieren. Das Resultat war der 1938 fertiggestellte, elektrisch angetriebene mechanische Rechner Z1 mit begrenzten Programmiermöglichkeiten, der die Befehle von Lochstreifen ablas. Die Z1 arbeitete aufgrund von Problemen mit der mechanischen Präzision nie zuverlässig. Zuse erfuhr erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Patentamt von den Arbeiten von Charles Babbage. Auch die Ideen von Alan Turing oder Howard Aiken waren ihm während der gesamten Zeit der Entwicklung seiner Rechenmaschinen völlig unbekannt.

Die Nationalsozialisten erkannten nicht die Bedeutung von Zuses Computer und gewährten ihm auch keine finanziellen Mittel. So wurde die größere Weiterentwicklung in den USA vorangetrieben. Sein eigener Patentanspruch wurde ihm folglich wegen angeblicher „nicht genügender Erfindungshöhe“ nie gewährt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Konrad Zuse zweimal einberufen, konnte aber mit Hilfe seiner Freunde und Förderer aus der Studienzeit und bei den Flugzeugwerken erreichen, dass er „unabkömmlich“ gestellt und wieder bei den Henschel-Werken beschäftigt wurde. Dort entwickelte er die Apparate S1 und S2, bei denen es sich um Spezialrechner für aerodynamische Profile handelte. Während die S1 tatsächlich eingesetzt wurde, um Flügelprofile für Fliegerbomben zu optimieren, kam die S2 vor Kriegsende nicht mehr zum Einsatz.

1940 erhielt er von der Aerodynamischen Versuchsanstalt Unterstützung. Er baute die Z2, eine verbesserte Version mit Telefonrelais. Im gleichen Jahr gründete er seine eigene Firma „Zuse Apparatebau“, um programmierbare Rechner herzustellen.

1941 baute er in einer kleinen Wohnung in der Kreuzberger Methfesselstraße den Z3. Es war ein vollautomatischer in binärer Gleitkommarechnung arbeitender Rechner mit Speicher und einer Zentralrecheneinheit aus Telefonrelais. Berechnungen konnten programmiert werden, jedoch waren keine bedingten Sprünge und Programmschleifen möglich. Die Z3 gilt heute als erster funktionstüchtiger Computer der Welt.[1]

Der Zweite Weltkrieg machte es ihm unmöglich, mit Rechnerspezialisten in Großbritannien und den USA in Kontakt zu treten. Die Z3 war an der Grenze, den theoretischen Anforderungen der Turingmaschine zu genügen. Der Beweis wurde erst viel später (1998) durchgeführt.

Zuses Berliner Unternehmen wurde 1945 durch einen Bombenvolltreffer zusammen mit der Z3 zerstört. Die teilweise fertiggestellte Z4 war vorher von Konrad Zuse und seinen Mitarbeitern zerlegt und in mehrere Kisten verpackt worden. Mit einem Militär-Lkw wurden die Kisten nach Süddeutschland in Sicherheit gebracht. Zuerst kam Zuse in Oberjoch, im Sporthotel „Ingeburg“, dem heutigen Alpenhotel unter. Hier lernte er den legendären Pionier der Raumfahrt, Wernher von Braun, kennen. Später wurden die Kisten mit der Z4 nach Hinterstein verbracht und im Gasthaus Steinadler sowie in der Turnhalle vor dem Zugriff der Alliierten versteckt. Zuse entwickelte in der Zeit von 1941-1945 den Plankalkül, der als die erste universelle Programmiersprache der Welt gilt. Allerdings konnte sie auf den damaligen Computern noch nicht implementiert werden; das gelang erst im Jahr 2000.

Ebenfalls 1945 heiratete er Gisela Brandes in Berlin, mit der er fünf Kinder hatte. Horst, der Erstgeborene, ist heute Informatik-Professor.

Nach dem Krieg gründete Zuse 1949 in Neukirchen im damaligen Kreis Hünfeld die Zuse KG. Die Z4 wurde fertiggestellt und an der ETH Zürich installiert. Zu jener Zeit war das der einzige funktionierende Computer in Europa und der erste kommerzielle Computer weltweit. Die Z4 wurde einige Monate früher als die UNIVAC installiert. Weitere Computer wurden gebaut, die Typenbezeichnung war immer ein Z und eine fortlaufende Nummer. Herausragend war die Z11, die der optischen Industrie und Universitäten verkauft wurde, und die Z22, der erste Computer mit Magnetspeicher.

1957 wurde der Firmensitz von Neukirchen nach Bad Hersfeld verlegt. Bis 1967 baute die Firma insgesamt 251 Computer. Ab 1964 stieg Zuse als aktiver Teilhaber aus der Firma aus, sie wurde zunächst von der deutschen BBC in Mannheim, Anfang 1967 dann von Siemens übernommen.

Nach seiner Pensionierung widmete er sich seinem Hobby, der Malerei. Unter dem Pseudonym „Kuno See“ schuf er abstrakte Bilder und Portraits berühmter Zeitgenossen. Auf der CeBIT in Hannover 1995 überreichte er Bill Gates ein selbstgemaltes Portrait von ihm.

1969 schrieb Zuse das Buch Rechnender Raum. Darin entwickelte er eine Theorie der zellulären Automaten und wendete sie, ähnlich wie später Stephen Wolfram, auch auf die Kosmologie an.

Friedrich Christian Delius veröffentlichte 2009 eine literarischer Verarbeitung von Konrad Zuses Leben in dem Roman Die Frau, für die ich den Computer erfand.

(Quelle: wikipedia)

 
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