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27. August 1897 - Funkversuche in Sacrow bei Potsdam Drucken E-Mail

27. August 1897

Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. läßt sich in der Heilandskirche von Sacrow bei Potsdam an der Havel von Prof. Adolf Slaby und seinem Assistenten Georg Graf von Arco "die drahtlose Telegraphie" über eine Entfernung von 1,6 km vorführen.

Empfangsantennen und -geräte befanden sich auf der "Königlichen Matrosenstation" an der Glienicker Brücke.

 

Adolf Karl Heinrich Slaby (* 18. April 1849 in Berlin; † 6. April 1913 in Berlin) war der erste Ordinarius für Elektrotechnik an der TH Charlottenburg (1886). Elf Jahre später beschäftigte er sich, Marconi folgend, mit Fragen der Funkübertragung, führte Verbesserungen ein und machte sie populär. Durch seinen persönlichen Zugang zu Kaiser Wilhelm II. bewirkte er viel für das gesellschaftliche Ansehen der Ingenieure und der Technik.


Graf Georg von Arco kam als Sohn des Reichsgrafen Alexander Karl von Arco auf dem familieneigenen Rittergut in Großgorschütz (Oberschlesien) zur Welt. Er interessierte sich schon als Kind für Maschinen aller Art, studierte nach seinem Abitur aber dennoch nicht Ingenieurwissenschaften, sondern besuchte mathematische und physikalische Vorlesungen an der Universität Berlin und schlug anschließend die Offizierslaufbahn ein. Für seinen Vater war es selbstverständlich, dass die Mitglieder seiner Familie entweder Landwirte oder Offiziere würden. Nach drei Jahren beim Militär änderte von Arco jedoch sein Leben, um von 1893 an der TH Charlottenburg Maschinenbau und Elektrotechnik zu studieren. Dort lernte er auch Professor Adolf Slaby kennen. Slaby war der einzige Ausländer, der an Marconis Sendeversuchen an der englischen Kanalküste teilnehmen durfte.

Aufbauend auf diesen Versuchen diente Arco und Slaby im Sommer 1897 der Glockenturm der Heilandskirche am Port von Sacrow als Antenne, um Marconis Versuche zu verifizieren und zu verstehen. Hier wurde die erste deutsche Antennenanlage für drahtlose Telegraphie errichtet. Am 27. August gelang die Signalübertragung zur 1,6 Kilometer entfernten kaiserlichen Matrosenstation „Kongsnaes“ am gegenüberliegenden Ufer des Jungfernsees in der Schwanenalle in Potsdam.

 
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