| 15. August 1905 - Norddeich Radio |
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15. August 1905
1905 gibt es bereits auf 13 deutschen Handelsschiffen Telefunkenanlagen. Es entstehen jedoch Schwierigkeiten, da es noch keine deutschen Küstenfunkstellen gibt und Marconi nur Verkehr mit Schiffen abwickelt, die Funkanlagen des Marconi-Systems an Bord haben.
weitere geschichtliche Daten: 1906 In Berlin schließen 30 Nationen den ersten internationalen Funkvertrag ab, mit dem u. a. das internationale Notzeichen „S 0 S" eingeführt wird. Erste Betriebsversuche zwischen Norddeich und den Kreuzern „Vineta und „München ` bringen nur unzureichende Ergebnisse. 1907 Nach Antennen- und Umformer-Änderung verläuft die Abnahme der Anlage mit dem Kreuzer „Vineta" erfolgreich. (30.04.) Die technischen Einrichtungen in Norddeich werden von der Reichspost übernommen. (01.05.) Versuchsverkehr mit der Kaiserlichen Marine freigegeben. (01.06.) Aufnahme des öffentlichen Dienstes. Rufzeichen von Norddeich Radio: KND. Aufnahme des Zeitungsdienstes (Übermittlung von Tagesnachrichten an Schiffe), Versuche mit dem Fischereikreuzer „Ziethen, Wettermeldungen zu übermitteln. Norddeich nimmt neben Borkum am Seenotdienst teil. 1910 Erste Aussendung von Zeitsignalen und Nachrichten für Seefahrer. Norddeich wird selbständige Telegrafenanstalt. 1912 Mit Lorenzsendern Sprechfunkversuche, gute Verständlichkeit etwa 30 bis 40 km. Internationaler Funkvertrag von London führt Verkehrspflicht der unterschiedlichen Systeme ein. 1913 Rufzeichen KND wird nach dem internationalen Funkvertrag von London in KAV geändert. Größte Nachtreichweite 3 450 km (Aufnahme mit Detektor ohne Verstärker!). 1914 Nach Kriegsausbruch geht der Betrieb auf die Kaiserliche Marine über. 1918 Nach Kriegsende räumt die Marine die Station 1919 Wiederaufbau der Station durch die Post. Norddeich Radio wird Hauptfunkstelle. 1920 Norddeich übernimmt von der Sendeanlage Nauen die Verbreitung eines umfangreichen Pressedienstes. 1922 Im Langwellenbereich Versuche mit „Cap Polonio" auf Südamerikafahrt. Wechselverkehr am Tage bis Eingang der Biskaya, nachts bis Las Palmas möglich. Daraufhin wird der öffentliche Verkehr zugelassen. Sendewelle der Schiffe 2 050 m, die der Hauptfunkstelle 2 250 m. 1923 Vorläufige Empfangsanlage in Westgaste betriebsbereit. Damit Trennung von Sendern und Empfängern. 1924 Neue Empfangsstelle in Westgaste in Betrieb genommen. Beginn der Aussendung des Ozeanfunkwetters. 1925 Bau von vier Türmen,150 m hoch, beginnt. Während eines Nordoststurms stürzen (am 25.11.) drei fast fertige Türme innerhalb 15 Minuten zusammen. 1926 Nach einem neuen Verfahren von Professor Diekmann aus München werden Wetterkarten drahtlos an Schiffe übermittelt. Die ersten Kurzwellensender werden aufgestellt. 1927 Zehn Schiffe werden von der DEBEG mit Kurzwelleneinrichtungen ausgerüstet. Im Winter unterhält Norddeich eine Kurzwellenverbindung mit dem Fahrgastschiff „Resolute", das eine Weltreise macht. 1928 Für den Peilfunkdienst wird eine Goniometeranlage in Betrieb genommen. Starker Verkehr mit dem Luftschift „Graf Zeppelin", und alle drei Stunden werden auf der Welle 2 290 m Sammelanrufe gefunkt. 1929 Erweiterung und Verlegung der Empfangsanlage außerhalb des Bereiches der örtlichen, durch die Nähe der Stadt bedingten Empfangsstörungen wird beschlossen. 1930 Grundlegende Funksprechversuche mit dem Fahrgastschift „Hamburg". 1931 Kurzwellenempfang Tag und Nacht besetzt. Neue Türme in Norddeich und Utlandshörn werden abgenommen. 1932 Eröffnung der Möglichkeit, Ferngespräche von Schiffen auf Landleitungen weitergeben zu können. Erste Versuche auf der Grenzwelle. Norddeichrufzeichen für den Sprechfunkdienst: DAF. 1933 Starker Rückgang des Verkehrsumfangs wegen der schlechten Wirtschaftslage. Versuche mit Geheimhaltungsapparaten zur Vermeidung des Mithörens von Funkgesprächen (Verschlüsselung). 1934 Die Hauptfunkstelle Norddeich wird verwaltungsmäßig dem Telegrafenamt in Emdern als Zweigstelle zugeteilt. 1935 Am einseitigen Verkehr mit Fischdampfern nehmen jetzt 125 Schiffe teil. Alle Fanggebiete, z. B. das Weiße Meer, das Seegebiet der Bäreninsel, die Island-See werden einwandfrei erfaßt. 1936 Alle deutschen Fahrgastschiffe haben jetzt Kurzwelle. Die Seenotwelle (600 m) wird jetzt dauernd von einem Beamten beobachtet. 1937 Die Zuordnung der Hauptfunkstelle Norddeich zum Telegrafenamt Emdern wird aufgehoben. 1938 Erste Rundfunkübertragung von Gesprächen mit Schiffen im Ozean findet über Norddeich statt. Starker Verkehr mit den Walfangschiffen in der Antarktis auf Kurzwelle. 1939 Funkverkehr der deutschen Seefunkstellen wird (am 26.08.) eingestellt. Aufstellung eines Marinekommandos „Marinenachrichtenoffizier Norddeich". Inbetriebnahme des Senders Osterloog unter dem Namen Rundfunksender Bremen. 1945 Der Rundfunksender Bremen (Osterloog) stellt (am 05.05. - 20.20 Uhr) den Betrieb ein. Britische Truppen besetzen am (06.05.) die Sendefunkstelle Norddeich und den Rundfunksender Bremen in Osterloog. Die Anlage nimmt (am 05.06.) als Sender für die „British Liberation Army I" den Betrieb auf. 1946 Die britische Wache verläßt (am 10.01.) die Sendefunkstelle. Wiederinbetriebnahme der Peilfunkstelle Norderney. Das Peilfunknetz „Nordsee" mit den Stationen Norderney, Neuwerk, St. Peter-Ording Gonio nimmt (am 01.09.) auf 375 kHz den Betrieb auf. 1947 Überseefunkdienst mit Südamerika wird aufgenommen. 1948 Wiederaufnahme des Seefunkdienstes. Überseefunkdienst wird von Lüchow übernommen. Sender Osterloog an Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) übergeben. 1949 Es werden wieder nautische Warnnachrichten auf Mittel- und Grenzwelle verbreitet, Funksprecheinrichtungen in Utlandshörn aufgestellt, Einführung von gebührenfreien Funkarztgesprächen (MEDICO-Gespräche). 1950 Peilfunkstelle von Norderney nach Utlandshörn verlegt. Zeitzeichendienst aufgenommen. Pressedienst des Bundespresseamtes Bonn für Seefahrer wird aufgenommen. 1951 Die letzten Überseefunkdienste werden an Lüchow abgegeben. Norddeich Radio wird wieder reine Küstenfunkstelle. Für Peilungen ist die U-Adcock-Anlage auf Mittelwelle betriebsklar. 1953 Umstellung des Peilfunknetzes „Nordsee auf U-Adcock-Antennensystem. Sendungen des Bundespresseamtes werden eingestellt. 1954 Als Ersatz hierfür wird Schiffspresse des „Hamburger Abendblatt" im Auftrage des Verbandes deutscher Reeder eingeführt. 1955 Für den Umbau der Empfangsfunkstelle werden die Funkbetriebsräume in Ausweichen verlegt. 1956 Das Ozeanfunkwetter (OWX) auf 125 kHz wird wieder ausgestrahlt. Zusätzlich zum Rufzeichen DAN werden jetzt DAM, DAL, DAJ und DAK für Norddeich Radio eingeführt. 1957 Eingliederung der Küstenfunkstelle in das Funkamt Hamburg. Inbetriebnahme der neuen Empfangseinrichtungen und Überleitstellen für den Sprechfunkdienst auf Grenz- und Kurzwelle in den umgestalteten Räumen. Die Küstenfunkstelle Norddeich Radio feiert 50jähriges Bestehen. 1958 Übernahme des Mittel- und Grenzwellenverkehrs und der Peilleitfunkstelle von Elbe-Weser Radio durch Norddeich Radio. Aufnahme des UKW-Sprechseefunkdienstes bei Norddeich Radio. 1959 Die Langwelle wird endgültig aus dem Telegrafieseefunkdienst herausgenommen. Mit der israelischen Fluggesellschaft EL AL wird öffentlicher Gespächsverkehr aufgenommen. In Utlandshörn wird bei der Empfangsfunkstelle ein Anbau für den Leitstellen- und Fernschreibdienst in Betrieb genommen. Gleichzeitig sind drei neue Betriebsplätze für den Sprechseefunkdienst auf Kurzwelle eingerichtet worden. 1960 Versuchsweise Inbetriebnahme einer fernbedienten Sichtpeilfunkanlage. Abbau der ersten vier 60 m hohen Stahlgittermasten von 1906 bei der Sendefunkstelle Norddeich. 1961 Offizielle Inbetriebnahme der fernbedienbaren Sichtpeilfunkanlage der Firma C. Plath bei Norddeich Radio. 1962 Die Februarsturmflut kann Norddeich Radio nichts anhaben. Trotz einer Wasserhöhe von 3,75 m über Normalhochwasser halten die Deiche. Versuche im Einseitenbandverfahren für den Sprechseefunkdienst auf Kurzwelle. 1963 Selektivrufversuche mit Seefunkstellen. 1964 Rückkauf des Geländes und Gebäudes des Rundfunksenders Osterloog vom Norddeutschen Rundfunk. Aufbau der Sendefunkstelle Norddeich II, später Osterloog. 1965 Erstmals Bildübertragung durch Norddeich Radio anläßlich des Besuchs der englischen Königin Elisabeth 1966 Zuordnung von neun Sendern der Überseesende-funkstelle Elmshorn zum Seefunkdienst mit uneingeschränktem Zugriff durch Norddeich Radio. 1967 Erste Funkfernschreibversuche mit einer Seefunkstelle. Norddeich Radio veranstaltet einen „Tag der offenen Tür" bei der Sendefunkstelle Norddeich aus Anlaß des 60. Geburtstages (4 811 Besucher). 1968 Erster Funkfernschreibbetrieb mit der Seefunkstelle „Otto Hahn", Kernenergieforschungsschiff, auf Probefahrt. 1969 Neuer Sendeplan für Funkpresse, täglich zweimal auf jeweils zwei Frequenzen. 1970 Aufnahme des Selektivrufverfahrens für Seefunkstellen auf Mittel-, Grenz-, Kurzwelle und UKW. Die Sendefunkstelle Norddeich stellt ihren Dienst nach 63 Jahren und 207 Tagen für den Seefunkdienst ein. 1971 Einrichtung eines Funkfernschreibvermittlungsplatzes bei Norddeich Radio. Erste Erprobung des SITOR-Systems anläßlich der Hannover-Messe, anschließend Versuche mit Seefunkstellen. 1972 Offizielle Aufnahme des Funkfernschreibdienstes bei Norddeich Radio. 1973 Teilnahme von Norddeich Radio am AMVER-Melde-verfahren. Beginn der Bauarbeiten für den Erweiterungsbau der Empfangsfunkstelle in Utlandshörn. Die Aussendung der Schiffspresse durch Norddeich Radio wird eingestellt. 1974 Richtfest für den Erweiterungsbau der Empfangsfunkstelle in Utlandshörn. 1975 Versuchsweise Direktanrufverfahren im Funkfernschreibdienst auf Grenzwellen. Der letzte 120 m Turm der alten Sendefunkstelle Norddeich wird demontiert. 1976 Sprechseefunkdienst mit deutschen Seefunkstellen über Kurzwellen auf der Donau. 1977 Seefunkdienst über Satelliten: Funkgespräche und Funktelexverbindungen von und nach Schiffen im Atlantik oder Pazifik (MARISAT). Meldeplatz für Direktanmeldungen von Seefunkgesprächen in Utlandshörn in Betrieb genommen. Neues Anrufverfahren im Telegrafieseefunkdienst auf Kurzwelle, keine Anrufbereiche, 1982 Einführung des Anrufverfahrens auf Arbeitskanälen im UKW-Sprechfunkdienst bei Norddeich Radio. Norddeich Radio 75 Jahre Küstenfunkstelle. NORDDEICH RADIO machte endgültig QRT. Good bye Norddeich es tnx!!!!! (alle Texte und Bilder sind der "75 Jahre Norddeich" Broschüre entnommen )
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Das Postamt Norden kauft im Auftrage des Reichspostamtes Gelände in der Gemeinde Norddeich für 16422,60 Reichsmark. Mit den ersten Versuchsendungen im April 1906 entsteht hier die Küstenfunkstelle Norddeich Radio.