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1999

Juni 1999 - Einmal HAM Radio und zurück

 

Wenn der Juni des Jahres sich langsam dem 20. Tag nähert, nimmt die Geschäftigkeit bei DH7TS, Thomas, bei DD6UWT, Jens, und bei DD6UMW, Willfried & XYL Monika extrem zu:

Das grosse Packen für die Fahrt zur HAMRADIO nach Friedrichshafen am Bodensee erreicht seinen Höhepunkt! Aber wir sind schon routinierte HAMRADIO-Fahrer und so ist jede Aufregung nur Vorfreude, hi.

Jens und Thomas sind bereits einen Tag vor uns gestartet. Das erwies sich als ganz praktisch, denn ca. 50km vor Garmisch-Partenkirchen/Grainau wurden wir per Funk über Umleitungen und "naturbedingte" Staustellen informiert und konnten somit unsere Anflugkoordinaten optimieren.
Unser Hauptquartier war wie jedes Jahr das Hotel "Post" im Zugspitzdorf Grainau und trotz etwas verregneter Ankunft war die Stimmung bestens.
Stammleser unserer Chronik wissen eigentlich schon, wie das Programm der nächsten Tage sein wird.
Ja, und auch dieses mal wird es im Prinzip so sein.
Nachdem unsere kleine Crew nun vollständig war und wir den Abend des Ankunftstages mit einem guten Essen und Trinken ausklingen liessen, beschlossen wir noch schnell vor dem Schlafengehen, dass ab morgen gutes Wetter sein soll. Nun, so möge es dann sein....!
Am nächsten Tag lachte die bestellte Sonne uns entgegen und von der Zugspitze wurde klare Sicht gemeldet.

grosses BildDas leckere Frühstück steigerte unser Glücksgefühl und voller Tatendrang packten wir unser kleines Funkequipment ein und fuhren von der Eibsee-Station mit der Kabinenseilbahn nach oben.
Für XYL Monika war es das zweitemal, aber der kleine Ruck am Stützmast der Seilbahn in ca. 2000m Höhe erschütterte trotzdem ihr angespanntes Nervenkostüm. Aber fest und tapfer an mich gedrückt erreichten wir die Aussichtsplattform der Zugspitze. Und der Ausblick rund um die Zugspitze entschädigte für alles.
grosses BildEs war gewaltig...........!

grosses BildAn dieser Stelle muss ich noch etwas zum Wetter sagen.
Es schien zwar die Sonne und der Blick reichte weit ins Land. Aber auf der Aussichtsplattform waren es um die Null Grad, es lag noch etwas Schnee und offensichtlich war es noch gar nicht solange her, wo hier frischer Schnee gefallen war. 9906-d.jpggrosses bildIn diesem Zusammenhang möchte ich an die extremen Wettererscheinungen erinnern, die im Frühsommer die Alpenregion heimgesucht hatte. In der Hochgebirgsregion fiel sehr viel Schnee und er blieb auch lange liegen. Dazu später mehr.....!
9906-e.jpgWir bauten an der nördlichen Seite der Aussichtsplattform unsere kleine Funkstation auf . Dazu liehen wir uns einen mobilen Absperrpfosten aus, an dem wir unsere 9-Elemente-Yagi für das 2m-Band befestigten. Da noch keine Tische und Bänke aufgestellt waren, liehen wir uns noch eine Bank, um wenigstens das Funkgerät TR751E und die Stromversorgungsbox (Akku-Basis) nicht in den Schnee legen zu müssen.
Das ganze Equipment war schnell aufgebaut und so riefen wir bald unser
"CQ,CQ 2 Meter.........................DFØBLM ruft CQ und hört".
Über diesen Funkbetrieb ist leider nicht viel zu berichten.
Auf dem 2-Band war zur gleichen Zeit ein OK-Contest und auch sonst hatte man den Eindruck, in DL waren alle UKW-Amateure beim Frühschoppen in der Kneipe und nicht am Funkgerät. Es war immerhin Sonntagvormittag. Die Ausbeute war mager, das schlechteste Ergebnis seit 5 Jahren. Da war nichts zu machen!

grosses BildDeshalb fiel es uns auch nicht allzu schwer, etwas früher abzubauen, als es eigentlich geplant war.grosses Bild
Der eigentliche Grund war nämlich eine extreme Wetterverschlechterung. Nebel kam sehr schnell auf und die Sichtweite fiel auf unter 5 Meter. Wir flüchteten also nach unten.

Diesesmal fuhren wir mit der Zahnradbahn. Das fand XYL Monika besonders angenehm.

grosses BildRichtig, der Sonntagnachmittag ist nun schon traditionell unseren Freunden der JAIG, Kuni, DF2CW und XYL Erika gewidmet. Ihrer netten Einladung kann man sich nicht entziehen und so verbrachten wir den Sonntagnachmittag zusammen mit Bertin, DJ9WH, und XYL Mieko, JN1VVJ/DD5KJ, bei Kuni und Erika in Garmisch.grosses Bild
Unsere Gastgeber erzählten uns von ihrer letzten JA-Reise und natürlich sprachen wir auch über das künftige JAIG/JARL-Treffen 2000 in Japan. Tolle Sache!
Hallo Japan, wir kommen ......!
Nachdem wir uns von Erika und Kuni verabschiedet hatten, wollten wir diesen schönen Tag nicht so einfach beenden. Das Wetter war ja sowieso für uns gemacht und so setzten wir uns noch auf den Balkon unseres Hotels und rekapitulierten das bisher Erlebte bei einer oder auch zwei Flaschen Kräutergeist (Die genaue Bezeichnung des Produktes dürfen wir aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht nennen! Wir können nur sagen, dass es ein brandaktuelles Erzeugnis war).

Der nächste Tag war der Wandertag!
Ja, ja, das machen wir auch jedes Jahr! Aber diesmal haben wir den sportlichen Ehrgeiz in den Vordergrund gestellt: Wir beteiligten uns am Kampf um die Grainauer Wandernadel. Hierzu muss man bestimmte Wanderrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ablaufen bzw. klettern. Am Zielpunkt gab es eine Bestätigung (Stempel oder Buchstabenkombination). Die bestätigten Routen waren entsprechend ihres Schwierigkeitsgrades mit Punkten bewertet. Wenn man eine entsprechende Punktezahl zusammen hatte, bekam man die Wandernadel in Bronze, Silber oder Gold. Auf einer ordentlichen Wanderkarte suchten wir uns Touren aus, von denen wir annahmen, dass wir sie an einem Tage schaffen konnten.
So weit, so gut!
Wie jeder neue Tag fing auch unser Wandertag mit einem guten Frühstück an. Leider hatten wir am Vorabend vergessen, gutes Wetter zu bestellen. An diesem Morgen regnete es! Wir schickten trotzdem ein "Halleluja" zum Himmel und gingen los, aber nicht ohne vorher noch Wegzehrung einzukaufen.
grosses BildDas erste Ziel sollte die Höllental-Angerhütte sein. Aber wir kamen nur bis zur Höllentaleingangshütte, dem Einstieg in die Höllentalklamm. Dort erfuhren wir, dass die Höllentalklamm aus Sicherheitsgründen gesperrt war. Es wurden Sprengungen der Schnee- und Eiskeile im oberen Bereich der Höllentalklamm durchgeführt. Die riesigen Schneemassen des letzten Winters waren noch nicht weggetaut und bildeten in der engen Höllentalklamm riesige Eis- und Schneepfropfen, die unkalkulierbar abtauten und zusammenrutschten. Dabei stürzten tonnenschwere Schnee- und Eiskeile in die Tiefe und begruben alles unter sich.
Bei den Detonationen erzitterte jedesmal der Felsen, auf dem unsere Hütte stand.
Also hier ging es nicht weiter. Wir mussten uns eine neue Route suchen, die uns die gleiche Punktezahl brachte und an einem Tag zu schaffen war. Wir fanden Sie und frohen Mutes schritten wir voran Richtung Eibsee. Hier wollten wir ordentlich was essen, denn unsere Vorräte waren aufgebraucht. Aber welche Enttäuschung...., die Gaststätten waren alle zu (weil überschwemmt oder Ruhetag)!
grosses BildDas war nicht gut für die Stimmung, zumal wir vom Ziel genau so weit entfernt waren wie vom Hotel. Aber der Kampfgeist siegte und so schleppten (hi) wir uns mühsam über Stock und Stein zum Zielpunkt. Die letzten 1000m bis zum Buchstabenschild überwanden nur noch Thomas und Willfried. Tapfer erreichten sie das Ziel und überbrachten den Zurückgebliebenen die frohe Botschaft: EG !
Ja, das gesteckte Ziel hatten wir erreicht. Trotzdem schien der Rückweg kein Ende zu nehmen. Wir spürten jetzt immer deutlicher unsere Füsse. Zum Glück hatte schon bald der Regen aufgehört, aber da unser Weg meistens durch den Wald führte, mussten wir auf die besonders grossen Tropfen von den vielen Zweigen der Bäume überhaupt nicht verzichten.
Kaputt und doch irgendwie glücklich erreichten wir unser Hotel. Nach kurzer Umzugspause haben wir uns dann ein deftiges Abendessen geleistet.
Und damit der nächste Tag auch ordentlich daherkommt, haben wir den Abend unter den blauen Lichtern der Berggeister ausklingen lassen.
Bevor wir am nächsten Tag jedoch Grainau verliessen, holten wir uns vom Touristik-Büro unsere wohlverdienten "Wandernadeln in Bronze".

Die Fahrt durch Östereich in Richtung Bodensee wäre eigentlich schon Routine, wenn da nicht die riesigen Schäden durch die Unwetter im Frühsommer überall sichtbar wären. Durch die Medien kennen wir die Bilder und Berichte und selbst in Garmisch-Partenkirchen haben wir über so manchen "kleinen Bach" gestaunt. Wir hatten sie noch in Erinnerung vom letzten Jahr als wirklich kleines romanisches Bächlein am Fusse der grossen Berge. Jetzt waren sie zu reissenden Strömen geworden. Und was wir in Östereich dann gesehen haben, hat uns manchmal doch schon die Sprache verschlagen: da hatten sich ganze Landschaften verändert.
An vielen Stellen wurde schon kräftig wieder aufgebaut und repariert, aber es waren immer noch tiefe Spuren in der Landschaft geblieben. Das wieder herzustellen wird sicher noch ein bischen dauern.

grosses bildIn Friedrichshafen angekommen trafen wir gute alte Freunde, wie z.B. Jo, DF7CH, der uns unsere Ecke in der Halle 1 gesichert hatte. Bei ihm war, auch schon vor uns angereist, Jens, DL7UMA, unser OVV von D17. Ich sag's ja, Organisation ist alles !

Die Messe begann erst am Donnerstag und so nutzten wir den Mittwoch und das herrliche Wetter für einen Ausflug nach Lindau.
Auch Lindau wurde vom Wasser nicht verschont. In den Strassen, die am und in der Nähe des Hafen entlangführten, lagen immer noch die Sandsäcke, waren immer noch die Barrieren aufgebaut, die die Stadt vor den Fluten schützen sollten. An den Häuserwänden konnte man noch die Spuren des Hochwassers erkennen. Vieler Orts liefen immer noch Pumpen, die Wasser aus Kellern herauspumpten.
Der Wasserstand des Bodensee's war immer noch ca. 4m über Normal, aber das Leben ging wieder seinen fast normalen Gang und über Besuchermangel konnte sich die Stadt bestimmt nicht beklagen.
Wir schlenderten noch ein wenig durch die bunten alten Gassen, bevor wir dann weiterfuhren. Unser nächstes Ziel war der Pfänder, ein 1064m hoher Berg in Österreich östlich des Bodensee's in der Nähe von Bregenz gelegen.
grosses BildAuf der Spitze des Berges steht ein mächtiger Antennenmast, an dem viele kommerzielle Dienste ihre Antennen befestigt haben. Aber auch das Amateurfunkrelais (Digipeater) OE9XPR hat hier oben seine Antennen stationiert.
Von der Terrasse der Gaststätte "Pfänderspitze" hatte man einen herrlichen Blick über den Bodensee. Man konnte sogar Friedrichshafen erkennen.
Ein Highlight wollten wir uns nicht entgehen lassen: Die Flugschau des Greifvogelzoos.
Aber auch der schönste Tag geht einmal zu Ende. Und so ging es dann wieder die Serpentinen abwärts Richtung Friedrichshafen.

Hier hatten sich die Hallen und Aussenplätze schon mächtig gefüllt. Funkamateure aus ganz Europa finden sich hier jedes Jahr, um alte und neue Freunde zu finden.
Der Abend kam und mit ihm trafen auch Ulf, DD6ULF, und DD6UGR, Gaston, ein.
Jetzt waren wir komplett. Die HAM RADIO konnte beginnen...hi!
Wir hielten uns zu Anfang erstmal zurück und verschafften uns in aller Ruhe einen Überblick. Dann wurde ein grobe Strategie der Vorgehensweise besprochen. Diese wurde dann Stück für Stück in die Realität umgesetzt.
Da war z.B. der Flohmarkt. Es gab da vieles was man hätte gebrauchen können. Aber es gab noch mehr, was man nicht gebrauchen kann.

grosses BildWir suchten alte Bekannte auf, z.B. den Stand von "Das Log" - ein "Muss" für jeden Funkamateur. Hier bekam man wirklich das allerneueste.grosses Bild

In der Halle der kommerziellen Aussteller konnte man schon schwach werden.
grosses BildZuletzt hatten wir fast alles gefunden und bekommen, was wir uns vorgenommen hatten.

Aber eigentlich war das Schönste am Tag immer der Abend.
Wenn dann alle so ganz zwanglos Kommunikation pflegten, spielte irgendwann das Herkunftsland bzw. die Sprache keine Rolle mehr. Man verstand sich letztendlich doch immer irgendwie.

grosses BildDa war zum Beispiel Gaston, DD6UGR. Das er ganz gut Englisch sprach, dass wussten wir ja, aber das er auch noch ungarisches Blut in seinen Adern hatte, war für die meisten von uns eine Überraschung. grosses bildSo war es dann auch nicht verwunderlich, dass wir bald unsere ungarischen Zeltnachbarn an und um unseren Tisch hatten. Es entwickelte sich ein interessantes und auch sehr lustiges Gespräch untereinander. Hierbei war Gaston der "Maitre de Plaisir" und löste so manches mal richtige Lachsalven aus.

grosses BildDie Stimmung in unserer Ecke war unüberhörbar und mehr und mehr OM's und XYL's gesellten sich zu uns. Nun ja, der Alkohol spielte dabei auch eine kleine Rolle, aber im Grunde hat er nur vom Erzählen und Zuhören abgehalten, hi.
grosses BildIch möchte nicht vergessen, noch einen Stammgast der HAM RADIO und inzwischen auch guten Freund zu nennen, der jedesmal auf unterschiedlichen Wegen von Dänemark nach Friedrichshafen kommt: OZ1KAH, Preben. Er brachte seine orangefarbene Hose, trinkbares Nordseeöl und andere lustige Sachen mit.
Ja, die Berliner Ecke war zum Schluss eine richtige Euro-Ecke, hi.

Wie jedes Jahr fand auch diesmal ein kleines JAIG-Meeting statt. Nicht nur die, die sowieso hier waren oder in der Nähe wohnen und arbeiteten kamen zu diesem Treffen, nein, wir hatten auch Besuch aus Australien: Nina, DL2GRC/VK2INZ war da, und unser OVV konnte sich ihrem Charme nicht entziehen. Oder wollte er nicht...?
Auch dieses kleine JAIG-Treffen hat so manchen von uns interessante Gespräche und sicher auch viel Freude gebracht.
Apropos Freude....
Unser OVV Jens, DL7UMA, hat immer nach dem Tagesstress der Messe die Gelegenheit genutzt, die Gegend zu erkunden. Dabei hat er etwas entdeckt, dass er uns unbedingt zeigen musste. Also, da wir ja keine Spielverderber sind, sind wir es zusammen angucken gefahren. Wenn wir bis jetzt noch nicht gewusst haben ,was eine Besenwirtschaft ist, jetzt werden wir es nicht mehr vergessen.
Das war nämlich so:.........

Fortsetzung folgt

 

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