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Amateurfunkertreffen - Weitester Kontakt gelang in die USA Drucken E-Mail

Südthüringer Zeitung / Freies Wort

09. September 2009

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30 Teilnehmer trafen sich am Lindchen bei Schweina / Wettkampf und Vereinstreffen

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Auch der zweifache Thüringenmeister im Amateurfunk
Mario Kastl aus Breitungen versuchte am Schweinaer
Lindchen Kontakt zu möglichst weit entfernten
Gesprächspartnern aufzunehmen. Foto: Sibylle Biessmann

Schweina - Ein lautes Piepsen, ein Rauschen und schon ist es wieder still im Wohnmobil von Mario Kastl aus Breitungen. Mit Kopfhörern ausgerüstet, sitzt er vor zwei kleinen verkabelten Kästchen und zwei Laptops. Der zweifache Thüringenmeister im Amateurfunk kämpft in diesem Jahr zum dritten Mal um den Titel. 24 Stunden dauert der Wettkampf, bei dem nur sechs Stunden Pause erlaubt sind.

Funkübermittlung, aber auch der Austausch und das gesellige Beisammensein standen im Mittelpunkt eines Amateurfunkertreffens, zu dem sich etwa 30 Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC), des Wartburgkreises den Platz um das Lindchen bei Schweina auserwählt hatten. "Wir verbinden das Wettkampfwochenende mit einem Vereinstreffen", erklärte Lutz Bergmann, DARC-Vorsitzender.

Um einen Standort festzulegen, müsse man darauf achten, einen möglichst hohen Punkt zu haben ohne viele Bäume, der zudem von allen Funkern leicht zu erreichen sei, sagte Amateurfunker Joachim Wangemann aus Schweina. Glücklicherweise habe die Gemeinde Schweina der Unternehmung nun schon zum neunten Mal zugestimmt und sogar vorher den Rasen rund um das Lindchen gemäht. Innerhalb von Ortschaften stoße das Funken häufig auf Hysterie wegen vermeintlicher gesundheitlicher Risiken. Außerdem komme es auf Grund vieler technischer Geräte im Haushalt oft zu Störungen.

Das eigentliche Interesse beim Wettbewerb gilt dem Funken auf Kurzwelle, Ultrakurzwelle oder auch im Digitalfunk, so Bergmann.

So wie auf dem Lindchen, saßen am Wochenende überall in Europa oder vielleicht sogar auf der ganzen Welt Amateurfunker an speziellen Punkten im Freien, um Kontakt mit möglichst weit entfernt liegenden Gegenstellen aufzunehmen. So gelte es beispielsweise als sehr interessant, mit einer Raumfähre Kontakt aufzunehmen. "Wir haben bisher innerhalb Europas gefunkt", berichtete Peter Heinzel aus Unterbreizbach. Das Augenmerk von Heinzel gilt neben der Teilnahme an Teamwettbewerben den sogenannten "DX-Petitionen". Dabei reisen die Mitglieder zu sehr ungewöhnlichen Stellen, etwa unbewohnten Eilanden, um von dort aus mit Freunden Funkkontakt aufzunehmen.

Siegfried Bremeyer war extra aus Erfurt angereist. Der 77-Jährige hat sich erst im Rentenalter für das Hobby entschieden.

Eine Reise über tausende Kilometer innerhalb weniger Minuten, unter anderem in die Türkei, nach Spanien und Portugal oder Russland - das sei ein Kunststück, das keinem "normalen" Menschen gelinge, schwärmte Bergmann. Für Funkamateure sei dies jedoch kein Problem. "Wir demonstrieren außerdem, dass es uns möglich ist, bei Ausfall sämtlicher Kommunikation ein komplett eigenes Netz aufzubauen und den Kontakt zu wichtigen Rettungseinheiten möglich zu machen."

Joachim Wangemann freute sich schon auf den bevorstehenden Frankreichurlaub. Auch von dort aus werde er Kontakt zu seinen Funkfreunden aufnehmen.

Am Ende konnten über 500 Kurzwellenverbindungen und 300 UKW-Weiten verbucht werden. Der weiteste Kontakt sei in die USA erreicht worden, so Bergmann, der bereits mit seiner Mannschaft auf mehrere Weltmeistertitel bei verschiedenen Contests zurückblicken kann.

Ob es diesmal für eine Platzierung im internationalen Rahmen reicht, wird sich zeigen. sb

 

mit freundlicher Genehmigung der "Südthüringer Zeitung / Freies Wort"

 

 

 
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