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Signale vom Weinberg zum Mond Drucken E-Mail

Ostsee-Zeitung

28. Juli 2009

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Funkamateure des Greifswalder Ortsverbandes nutzten den Mond als Reflektor, um von Loddin aus Signale in die weite Welt zu senden.
Loddin (OZ) - Bei Neil Armstrong und seinen Mitstreitern halten sich die Verschwörungstheorien hartnäckig, ob er denn vor 40 Jahren wirklich auf dem Mond war.

Hartmut Amtsberg und seine Expeditionsmitglieder sind ganz sicher: Sie waren auf dem Mond. Zumindest mit ihren Funkwellen. „Wir haben mit Hilfe der Reflektion über den Mond Funkkontakte in die ganze Welt hergestellt“, sagt der Funkamateur aus Züssow. Von Donnerstag bis Sonntag hatten die Funker ihr Lager in den Weinbergen von Peter Noack in Loddin aufgeschlagen. Auf der Wiese stand eine riesige Antenne – gerichtet auf den Mond. „369 000 Kilometer ist der Mond von hier entfernt“, sagt Thorsten Empacher, Funktechniker aus Groß Ernsthof, beim Blick auf den Computer. Das Quintett setzt auf digitalen Funk.

Fünf Laptops und viele Funkgeräte sind in der Wohnung am Loddiner Weinberg aufgebaut. „Das ist nicht die NASA-Bodenstation“, scherzt Hartmut Amtsberg und verfolgt den nächsten Kontakt. Ein Russe südlich von Moskau hat der vorpommerschen Expedition digital die Hand gereicht. Der Kontakt wird vermerkt. Vom nördlichsten Weinberg Deutschlands wurden die Wellen über den Mond bislang in 23 Länder Europas übertragen. „Wir hatten sogar Kontakte nach Australien, Japan und in die USA“, sagt Hans Dülge aus Züssow stolz. Der Rentner ist mit dem „Funk-Virus“ 1952 infiziert worden. Seine Mitstreiter können auch schon von einer 30-jährigen Erfahrung zehren. Sie alle sind Funkamateure aus den Ortsverbänden Greifswald und Neubrandenburg des DARC. In dieser Besetzung ist es die erste Expedition.

Da die Erde für Funker in Planquadrate mit Nummern unterteilt ist, sehen die Funkamateure bei einem Kontakt sofort am Bildschirm, wo sich die Gegenstation befindet. „Jeder Funkamateur hat sein Rufzeichen“, so Empacher. Ihr Planquadrat am Achterwasser trägt übrigens die Nummer „JO74AA“. Das sind etwa zehn Quadratkilometer. Während Amtsberg, Dülge und die anderen über die Gastfreundschaft von Peter Noack plaudern – er stellte auch die Internetverbindung zur Verfügung – meldet sich der nächste Funkamateur. Ein Franzose hat die Funkwellen aus Loddin empfangen. Kurze Zeit später ist es ein Slowene. „190 Verbindungen haben wir geschafft“, freut sich Amtsberg. Seit Wochen hatte er mit seiner Crew die Expedition vorbereitet.

Jede Funkverbindung wird aus dem jeweiligen Land mit einer Karte bestätigt.Info: www.dl0hgw.de
HENRIK NITZSCHE

mit freundlicher Genehmigung der "Ostsee-Zeitung"

 

 
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