|
Das weltumspannende Netz funktioniert auch im Notfall |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Gießener Allgemeine
20. April 2009
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Fernwald (siw). Nachrichtenübermittlung per Morsezeichen hört sich zwar etwas antiquiert an, erfordert aber eine besondere Kunstfertigkeit und viel Übung, verbraucht wenig Strom und wird weiterhin neben den modernen Betriebsarten von den Amateurfunkern gerne genutzt. Texte und Bilder werden mit digitalen Übertragungsarten mit Hilfe eines Computers ebenso beim Ortsverband Gießen eingesetzt wie die Sprachübertragung über Kurzwelle. Der Ortsverband Gießen F 07 im Deutschen Amateur Radio Club (DARC) und seine Mitglieder beteiligten sich am Samstag im Ortsverbandsheim am »Hohen Rod« in Steinbach an den Aktionen zum Weltamateurfunktag.
 |
| Michael Pimeisl mit technischem Gerät |
Den hatte die Internationale Amateurradio Union (IARU) ausgerufen. Die IARU wurde im Jahre 1925 am 18. April in Paris gegründet. Unter dem Motto »Amateurfunk: Ihre Ressource in der Not- und Katastrophenkommunikation« widmen sich Funkamateure und Amateurfunkverbände weltweit diesem Thema.
Seit über 100 Jahren leistet der Amateurfunk Hilfe in Not- und Katastrophenfällen. Ein weltumspannendes Netz, das auch im Notfall funktioniert. Wenn Telefon- und Handynetze durch unvorhersehbare Katastrophen - wie beispielsweise in 2004 während des Tsunamis in Südostasien und jüngst beim Erdbeben in den Abruzzen - versagen, sichern Funkamateure mit ihrem Wissen, ihrer Technik und ihrem Engagement die Kommunikation für Betroffene und für Hilfsorganisationen.
Der Amateurfunk unterstützt nicht nur die Kommunikation der Hilfsorganisationen untereinander und zu den Opfern, sondern leistet auch praktische Nachbarschaftshilfe. So konnte die Bevölkerung in Südostasien wenige Tage nach dem Tsunami nur per Amateurfunk Kontakt zu Familienangehörigen herstellen. Die Notfunkzentrale wurde vom Ortsverband F 07 im benachbarten Gebäude des Lahnfunk-Hilfsdienstes eingerichtet. »Ein Großteil unserer Mitglieder ist auch dort Mitglied. Wir arbeiten eng zusammen«, berichtete Notfunkreferent Peter Payer. Dort sei man auch auf einen längeren Einsatz vorbereitet, ein großer Versammlungsraum, eine gut eingerichtete Küche und Schlafplätze seien vorhanden.
Von der Faszination der Technik und damit auch des Amateurfunks lassen sich immer mehr Frauen anstecken. Von knapp 4000 lizenzierten Amateurfunkern in Hessen gehen 350 Frauen diesem interessanten aber nicht ganz billigen Hobby nach. Aus Kostengründen sei der Nachwuchs eher Mitte Zwanzig, bevor er den Weg zu den Amateurfunkern finde, hieß es. Der Ortsverband Gießen zählt derzeit rund 100 Mitglieder, besteht seit 61 Jahren und arbeitet sehr eng mit dem Ortsverband Wetzlar zusammen.
Samstagsnachmittags ist im Ortsverbandsheim in der Gemarkung Steinbach immer Betrieb. Da wird nicht nur gefunkt, sondern auch gefachsimpelt, gebastelt und experimentiert. Interessierte sind zum Reinschnuppern jederzeit willkommen, betonte Vorsitzender Hans-Peter Rust. Die nächsten Lehrgänge finden im September statt. Nähere Info gibt es unter www.darc.de/f07. (Foto: siw)
mit freundlicher Genehmigung der "Gießener Allgemeine"
|