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Bei Johann Berenbold aus Ruschweiler hat´s gefunkt Drucken E-Mail

Schwäbische Zeitung

2. Juni 2007

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ILLMENSEE (neu) Als der Tsunami gewütet hat, war es ein Funkamateur, der im Krisengebiet mit einer selbst gebauten Antenne und Notstromversorgung Kontakt zur Außenwelt gehalten hat. "In so einem Fall quatscht man natürlich nicht dazwischen", sagt Johann Berenbold, Chef der Relaisinteressengemeinschaft Höchsten DB0WV.

"Hier spricht DL4GBD." Wenn jemand diese Nachricht über Sprechfunk empfängt, dann bedeutet das: Johann Berenbold aus Ruschweiler sendet sie. Jedes Rufzeichen, das die Bundesnetzagentur zuteilt, gibt es nur einmal. Berenbolds Hobby ist die weltweite Kommunikation, Sprechfunk macht ihm am meisten Spaß. Der Vorsitzende der Relaisinteressengemeinschaft Höchsten funkt bis nach Japan, Australien, Russland, Südamerika und Afrika. Englisch spricht Berenbold zwar eher "mit Händen und Füßen", aber es gibt viele Deutschsprachige, die im Ausland per Funk den Kontakt zur Heimat pflegen.

Wer Funkamateur werden will, muss eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur ablegen. Gesetzeskunde, Betriebstechnik und technische Kenntnisse sind gefragt. Ausgebildet werden Neueinsteiger von erfahrenen Funkamateuren. 29 Amateurfunker im Alter von 22 bis 73 Jahren gibt"s zurzeit in der Interessengemeinschaft.

Sie sind interessiert an der Technik, an der Ausbreitung von Funkwellen und Reichweiten. Sie beschäftigen sich mit Möglichkeiten der Informationsübertragung wie Sprechfunk, Morsetelegraphie und digitalen Betriebsarten wie Fernschreiben, Fax, "Packet Radio" und Amateurfunk-Fernsehen. Im Gegensatz zum CB-Funker darf der Amateurfunker seine Geräte umbauen, selbstgebaute in Betrieb nehmen und ein breites Spektrum an Frequenzen nutzen. "Da kann man sich so richtig technisch austoben" sagt Berenbold.

Aus Freude an der Technik hat der einstige Vollerwerbslandwirt 1979 seine erste Funklizenz erworben. Seit 1982 ist Berenbold Bauhofmitarbeiter, seit 1991 Wassermeister der Gemeinde. Zwei- bis viermal in der Woche funkt er in seinem "shak", so heißt der Funkraum in der Fachsprache. "Da kann es auch mal eine kurze Nacht geben", sagt der 59-Jährige.

Wenn es interessante Gesprächspartner gibt, die Reichweiten groß und die Bänder offen sind, dann bleibt Berenbold länger dran. Die Herausforderung ist es, mit geringen Sendeleistungen möglichst große Entfernungen zu überbrücken. Einmal hat er es geschafft, mit zehn Watt Sendeleistung nach Japan zu morsen. Ein Erfolgserlebnis. Die Interessengemeinschaft ist dem Ortsverein Pfullendorf A48 angegliedert, auch in diesem ist Berenbold aktiv. Beim "Baden-Württemberg-Contest" und anderen Wettbewerben erreicht dieser Verein regelmäßig einen der vorderen Plätze. Aufgabe ist es, im Zeitraum von zwölf bis 24 Stunden möglichst viele Funkverbindungen herzustellen.

Höchsten ist gut ausgerüstet

Seit über 40 Jahren gibt"s die Funkstation auf dem Höchsten. Sie ist ausgerüstet mit automatischer Positionsbestimmung, Echolink ("das ist superbequem, man kann mit einer kleinen Handfunke die ganze Welt erreichen"), Funkruf, Wetterstation, Webcam und Amateurfunkfernsehen. Nach dem Rechten sieht hier unter anderem Manuel Berenbold. Sein Vater hat ihn mit dem Funkvirus angesteckt. Der 22-jährige Informatikstudent bedauert, dass seine Studienkollegen noch nicht mitmachen: "Viele wissen gar nicht, was möglich ist."

ILLMENSEE (neu) Als der Tsunami gewütet hat, war es ein Funkamateur, der im Krisengebiet mit einer selbst gebauten Antenne und Notstromversorgung Kontakt zur Außenwelt gehalten hat. "In so einem Fall quatscht man natürlich nicht dazwischen", sagt Johann Berenbold, Chef der Relaisinteressengemeinschaft Höchsten DB0WV.

"Hier spricht DL4GBD." Wenn jemand diese Nachricht über Sprechfunk empfängt, dann bedeutet das: Johann Berenbold aus Ruschweiler sendet sie. Jedes Rufzeichen, das die Bundesnetzagentur zuteilt, gibt es nur einmal. Berenbolds Hobby ist die weltweite Kommunikation, Sprechfunk macht ihm am meisten Spaß. Der Vorsitzende der Relaisinteressengemeinschaft Höchsten funkt bis nach Japan, Australien, Russland, Südamerika und Afrika. Englisch spricht Berenbold zwar eher "mit Händen und Füßen", aber es gibt viele Deutschsprachige, die im Ausland per Funk den Kontakt zur Heimat pflegen.

Wer Funkamateur werden will, muss eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur ablegen. Gesetzeskunde, Betriebstechnik und technische Kenntnisse sind gefragt. Ausgebildet werden Neueinsteiger von erfahrenen Funkamateuren. 29 Amateurfunker im Alter von 22 bis 73 Jahren gibt"s zurzeit in der Interessengemeinschaft.

Sie sind interessiert an der Technik, an der Ausbreitung von Funkwellen und Reichweiten. Sie beschäftigen sich mit Möglichkeiten der Informationsübertragung wie Sprechfunk, Morsetelegraphie und digitalen Betriebsarten wie Fernschreiben, Fax, "Packet Radio" und Amateurfunk-Fernsehen. Im Gegensatz zum CB-Funker darf der Amateurfunker seine Geräte umbauen, selbstgebaute in Betrieb nehmen und ein breites Spektrum an Frequenzen nutzen. "Da kann man sich so richtig technisch austoben" sagt Berenbold.

Aus Freude an der Technik hat der einstige Vollerwerbslandwirt 1979 seine erste Funklizenz erworben. Seit 1982 ist Berenbold Bauhofmitarbeiter, seit 1991 Wassermeister der Gemeinde. Zwei- bis viermal in der Woche funkt er in seinem "shak", so heißt der Funkraum in der Fachsprache. "Da kann es auch mal eine kurze Nacht geben", sagt der 59-Jährige.

Wenn es interessante Gesprächspartner gibt, die Reichweiten groß und die Bänder offen sind, dann bleibt Berenbold länger dran. Die Herausforderung ist es, mit geringen Sendeleistungen möglichst große Entfernungen zu überbrücken. Einmal hat er es geschafft, mit zehn Watt Sendeleistung nach Japan zu morsen. Ein Erfolgserlebnis. Die Interessengemeinschaft ist dem Ortsverein Pfullendorf A48 angegliedert, auch in diesem ist Berenbold aktiv. Beim "Baden-Württemberg-Contest" und anderen Wettbewerben erreicht dieser Verein regelmäßig einen der vorderen Plätze. Aufgabe ist es, im Zeitraum von zwölf bis 24 Stunden möglichst viele Funkverbindungen herzustellen.

Höchsten ist gut ausgerüstet

Seit über 40 Jahren gibt"s die Funkstation auf dem Höchsten. Sie ist ausgerüstet mit automatischer Positionsbestimmung, Echolink ("das ist superbequem, man kann mit einer kleinen Handfunke die ganze Welt erreichen"), Funkruf, Wetterstation, Webcam und Amateurfunkfernsehen. Nach dem Rechten sieht hier unter anderem Manuel Berenbold. Sein Vater hat ihn mit dem Funkvirus angesteckt. Der 22-jährige Informatikstudent bedauert, dass seine Studienkollegen noch nicht mitmachen: "Viele wissen gar nicht, was möglich ist."

(Erschienen: 02.06.2007)

mit freundlicher Genehmigung der "Schwäbische Zeitung"

 

 

 
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