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Delmenhorster Kreisblatt
22. April 2008
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Funkamateure pflegen globale Kontakte
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Klaus-Günter Mittasch in seinem „Shack“ am Funkgerät. FOTO: frank hethey
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Auch als Frührentner hat Klaus-Günter Mittasch jede Menge zu tun. Der Funkamateur kümmert sich um die Homepage seines Vereins, des Delmenhorster Ortsverbands des Amateur-Radio-Clubs. von frank hethey
delmenhorst. Kein Tag vergeht, an dem es Klaus-Günter Mittasch nicht irgendwann packt. Dann begibt er sich die schmale Treppe hinauf in sein kleines, kaum sechs Quadratmeter großes Zimmer und schaltet die Geräte ein. Meist fiept und piept es eine ganze Weile, bis der Empfang störungsfrei ist. Manchmal kommt auch überhaupt kein Kontakt zustande, ganz gleich auf welcher Frequenz. Doch das verdirbt ihm nicht die Laune. Feste Funkkontakte hat der 58-Jährige bis nach Italien und Österreich. Und nicht nur das:„Jeden Sonntag stehe ich in Verbindung mit unserer Partnerstadt Eberswalde.“ Weil er sich erst vor vier Jahren dem Delmenhorster Ortsverband des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) angeschlossen hat, bezeichnet sich Mittasch scherzhaft auch schon mal als „Frischling“. Wegen gesundheitlicher Problemen hatte Mittasch seine Arbeit als Bauleiter im Tiefbau aufgeben müssen. „Und als Frührentner wollte ich mehr, weil ich ja auch genug Zeit hatte.“ Mehr heißt: Mittasch wollte mehr als einfach nur CB-Funker sein – ein Hobby, das er schon als junger Mann hatte. Jetzt suchte er eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, einen organisatorischen Rückhalt. Den fand er im Amateur-Radio-Club. In Delmenhorst und Umgebung hat der Ortsverband 90 Mitglieder. Bundesweit kommen die Funkamateure auf über 1200 Ortsgruppen. Der Delmenhorster Ortsverband hat das Kennzeichen I 18 und gehört dem Distrikt Nordsee an. Unter den 57 Ortsverbänden im Distrikt ist der Delmenhorster der viergrößte. Seit Mittasch eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur abgelegt hat, darf er sich „Funkamateur“ nennen. Wohlgemerkt: Funkamateur und nicht etwa Amateurfunker. „Amateurfunker ist jeder, der funkt“, sagt sein Vereinsfreund Sven Goetz. „Der Unterschied ist: Funkamateure sind lizensiert.“ Dass die Urkunde, die ihn als lizensierten Funkamateur ausweist, eher unauffällig ist, gibt Mittasch gern zu. Einen Ehrenplatz hat sie dennoch erhalten. Wie jeder lizensierte Funker hat auch Mittasch nach bestandener Prüfung ein weltweit einzigartiges Rufzeichen erhalten: DK 5 KM. Mit dem meldet er sich, wenn er aus seiner kleinen Amateurfunkstation im Dachgeschoss, dem „Shack“, mit Gleichgesinnten aus aller Welt plaudert. Möglich ist das dank zahlreicher Relais-Funkstellen. Die sorgen dafür, dass die Funkamateure wesentlich größere Distanzen überbrücken können als CB-Funker. Mittasch zeigt auf eine alte Funkbestätigungskarte („QSL-Karte“), die eingerahmt an der Wand seiner Dachkammer hängt. „German Democratic Republic“ steht darauf geschrieben, die englische Bezeichnung für die frühere DDR. Wer will, kann sich so seine Funkkontakte „beglaubigen“ lassen. Zwar ist die QSL-Karte „nur“ ein Erbstück aus längst vergangenen Zeiten. Gleichwohl zeigt das begehrte Sammelobjekt, dass der Funkverkehr für Freundschaften und Verbindungen auch über Systemgrenzen hinweg sorgen kann. Selbst wenn die Stasi mitgehört hat, wie Goetz annimmt. Ist das Amateurfunken eine Sache für jedermann? Mittasch winkt ab. Das könnten sich nur die Reichen leisten, sagt er. „Weil die Sendeanlagen so teuer sind.“ Eine Ansicht, die Goetz (DC 4 BA) nicht teilt: „Teuer ist das Amateurfunken nur, wenn man immer die neuesten Anlagen kauft.“ Alternativ ließen sich Antennen und Geräte aber auch selber bauen, dafür gebe es Anleitungen im Internet. „Oder man nutzt einfach das Wissen älterer Mitglieder.“ Von denen gibt es im Verein reichlich, etwa den 83-jährigen Gerold von Lindern (DJ 7 JA), Sohn des früheren Heimatvereinsvorsitzenden Georg von Lindern. Bleibt die Frage, ob das Internet den Funkverkehr auf lange Sicht nicht überflüssig macht. Mittasch wiegelt ab. „Das binden wir mit ein“, sagt er. Dafür zuständig ist kein anderer als er selbst – bekleidet er doch den Posten des Webmasters im Ortsverband.
• Mehr unter www.darc.de/I18
mit freundlicher Genehmigung des "Delmenhorster Kreisblatt"
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