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Freies Wort

7. September 2007

FUNKERTREFFEN IM BUNKERMUSEUM

Stimmen aus dem Untergrund

Frauenwald: Veranstalter mit Resonanz zur Premiere zufrieden

Zum ersten gemeinsamen Funkertreffen aus dem ehemaligen Stasi-Bunker bei Frauenwald hatte jüngst der DARC Ortsverband Oberweißbach und der Verein „Ostdeutsche Militärgeschichte e.V.“ eingeladen.

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Amateurfunker aus Königs-Wusterhausen sendeten
erstmals mit historischer NVA-Militärfunktechnik
aus der Bunkeranlage

 

 

 

FRAUENWALD – Im Stasi-Bunker, ein lebendiges Bunkermuseum seiner Klasse, mit allen vollfunktionstüchtigen Geräten, wurden kräftig Funksprüche gesendet. Noch vor gut 20 Jahren eine unmögliche Geschichte, sagte Mike Preißing, Chef des jungen Vereins und höchster Dienstgrad der Truppe. Eine Sendeantenne wäre nie aus dem Bunker gefahren. Schon aus Sicherheitsgründen nicht, da der Bunker ehemaliger Stasi-Größen aus der Bezirkshauptstadt Suhl unter Geheimhaltung fiel. Sendeantennen wären vom Klassenfeind sofort geortet worden.

Die eigentlichen Sendeantennen zur Funkstation des Stasi-Bunkers bei Frauenwald waren kilometerweit entfernt. Eine kleine baufällige Hütte zeugt heute noch von seiner Existenz nahe des Mordfleckes in einem kleinen Waldstück. Die Funkgeräte, Originalfunkgeräte vom Typ SEG 100 und SEG 15 aus der Zeit der Nationalen Volksarmee, wurden durch die Vereinsmitglieder hergerichtet und sendeten anlässlich des deutschlandweiten Funkertreffens vergangenen Samstag genau wie zur Zeit, als die Funkwellen noch illegal die Grenzen des kalten Krieges überwunden haben.

Funkerfreunde aus Königs-Wusterhausen reisten eigens von weit her an, um mit dieser Funktechnik Historie zu schreiben. Denn sie, Marianne und Manfred, waren die ersten, die mit dieser alten Militärfunktechnik ihre Funksprüche absetzen konnten. „CQ vier null, hier ist Delta Lima.... wir senden direkt aus dem Bunkermuseum bei Frauenwald“, so gingen die Funksprüche über eine alte Militärantenne auf Reisen. Und die Funkamateure bekamen auch sofort Antwort. Aus ganz Deutschland, von Bayern bis hoch an die Küste kamen die Funksprüche zurück durch die Lautsprecher. Nach einem kurzen Austausch der Daten und des Wetterberichts ging es nach Verabschiedung in Funkersprache und -Disziplin zum nächsten. Der antwortete direkt aus Österreich, aus Sankt Martin.

Die Daten, die empfangen wurden, verzeichnete man selbstverständlich – beinahe wie beim Militär – in einer Liste. Dies begründete das Rufzeichen DG1RWM – Marianne aus Königs-Wusterhausen – wie folgt: Jeder Funkfreund erhält nach der Unterhaltung und erfolgreicher Funkverbindung eine Funkerkarte.

Aber mit dem Funkertreffen war es nicht abgetan. Die angebotenen Bunkerführungen wurden von den überaus zahlreichen Gästen und Interessenten gerne angenommen. Zumal es unter der Erde angenehmer war als draußen.

In Scharen kamen die Besucher auf das Gelände rund um das Hotel Rennsteighöhe bei Frauenwald. Mit Bussen oder in Gruppen auf Motorrädern, aber auch einzeln in Familie. Den weitesten Weg hatten wohl die Gäste aus Holland.

Mit der Resonanz zeigten sich die Veranstalter zufrieden. Auch wenn sie mit ihrer angesagten Schau an historischen Militärfahrzeugen von den Vereinsfreunden aus der Umgebung im Regen stehen gelassen wurden. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn an diesem Samstag war es eher unangenehm, was das Wetter anging.

Und auch deshalb hatten die beiden „Führungskräfte“ Maik und Jörg voll zu tun, den Besuchern der Bunkerführungen ihr Wissen über die Anlage zu vermitteln. Gruppen in einer Stärke von bis zu 30 Personen drängten sich durch die engen Gänge der Bunkeranlage. Schon interessant, was es doch alles in Zeiten des Kalten Krieges so gab. Aber schließlich es ist ja nicht nur im Osten so gewesen, bestätigte ein Bunkerführungsbesucher aus dem Raum Siegen.

Im Tarngebäude, das sich in Form einer Lagerhalle über der Anlage befindet, die später einmal als Technik-Museum für alte Fahrzeuge dienen soll, gab es an diesem Nachmittag nach den Führungen auch Filme über weitere Anlagen der ehemaligen DDR. Das interessante Filmmaterial wurde von Paul Bergner zusammen getragen. Die Vereinsmitglieder „Ostdeutsche Militärgeschichte e.V.“ haben sich bereits eine kleine Sammlung historischer Militärfahrzeuge zugelegt. Und diese waren an diesem Schautag dicht umlagert. Robur, UAS mit LMG oder großen Funkantennen, waren Anziehungspunkte vor allen der jungen Besucher.

Den größten Zuspruch in Sachen Militärtechnik an diesem Tag hatte allerdings die Gulaschkanone. Deftige Erbsensuppe mit Bockwurst war der Renner. (khs)

mit freundlicher Genehmigung des "Freien Wort"

 
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