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Schweriner Volkszeitung
7. Januar 2008
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07. Januar 2008 - von Ilja Baatz
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Die ausgezeichneten Jugendlichen mit dem DARC-Distriktvorsitzenden Jürgen Radtke (stehend) und Steffen Becker, Referent für Ausbildung, Jugend, Arbeit und Weiterbildung beim DARC |
PLAU AM SEE - Ein Höhepunkt der wegen des starken Glatteises schwächer als erhofft besuchten Veranstaltung war die Auszeichnung von sechs Jugendlichen durch Jürgen Radtke, Distrikt-vorsitzender des DARC von Mecklenburg-Vorpommern. Ein Distrikt entspricht bei dem Club dem jeweiligen Bundesland. Martin Schiller, Sven Lack, Thomas Kramer (alle drei haben schon ein eigenes Rufzeichen), Julian Selig, Jenny Dobbertin und Martin Scheel aus den Räumen Lübz und Schwerin waren beim Amateurfunkwettbewerb 2007 besonders aktiv und bekamen deshalb gestern eine Urkunde überreicht. Plau am See ist eines von deutschlandweit lediglich drei Distriktausbildungszentren, die der DARC unterhält. Eines steht in Thüringen, das andere im Rheinland. Auch im Vergleich zu ihnen bezeichnete Radtke die in Plau am See gebotene Qualität als "hochkarätig". Funken darf nur, wer eine entsprechende, durch die Bundesnetzagentur abgenommene Prüfung abgelegt hat. "Und die hat es in sich", sagt Edeltraud Wilck, stellvertretende Vorsitzende des Plauer Ortsverbandes. "Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass ein Funkamateur das Wissen eines Ingenieurs besitzt."
Auch ohne Ausbildung Griff zum Mikrofon ermöglichtWer gestern zum DARC kam, durfte auch ohne Vorwissen unter Anleitung von erfahrenen Vereinsmitgliedern zum Mikrofon greifen und/oder mit Hilfe eines Lötkolbens kleine elektronische Schaltungen herstellen. Verdrahtete Reißzwecken etwa, ergänzt durch weitere kleine Bauelemente, ließen zum Beispiel eine Lichtschranke oder einen so genannten "Schubladenwächter" entstehen, der besonders bei Kindern beliebt ist, wie Edeltraud Wilck weiß: "Diese in einer Schublade zu versteckende Schaltung löst eine Hupe aus, wenn jemand das Fach öffnet, ohne es zu dürfen. Kinder mögen dies, weil sie so etwas geheimhalten können, was niemand sonst einfach zu wissen bekommen soll."
Im Angebot waren außerdem zum Beispiel ein Blumentopfwächter, der sich meldet, wenn eine Pflanze zu trocken steht, und eine große, mit dem Fuß zu betätigende, vom Verein selbst gebaute Morsetaste.
Morsen - die Handschrift besonderer Art"Ein kleiner Scherz, bezogen auf die unter Fachleuten öfter zu hörende Frage ,Geben Sie mit dem linken Fuß?’", erklärt Karl-Heinz Wilck, Vorsitzender des Plauer Ortsverbandes. "Diese Anmerkung kommt, wenn jemand unverständlich morst. Sie bezieht sich also auf diese spezielle Handschrift des anderen, wenn man so will."
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Seit Jahren ein Team: DARC-Ausbilder Helmuth Döring mit Steffen Lack, der durch sein Hobby nun besonders gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz bei der Telekom hat |
Für einen Schüler dauert die Ausbildung zum Funkamateur etwa ein Jahr. "Für die Prüfung, die einige auch nicht bestehen, ist geistiges Niveau gefragt", sagt Karl-Heinz Wilck. Die höchste Stufe hat zum Beispiel Steffen Lack - bereits seit der fünften Klasse mit von der Partie - abgelegt. Er wird im Sommer die Schule beenden und hat erkannt, dass ihm sein Hobby auch für die berufliche Zukunft Wege öffnet: DARC-Ausbilder Helmuth Döring, der Steffen von Anfang an betreut, begleitete den jungen Mann im Herbst zum Berufsorientierungsgespräch bei der Telekom. Dort erfuhr der 17-Jährige, dass seine Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, deutlich besser als derjenigen stehen, die sich nicht so intensiv wie er oder gar nicht gebildet haben.
Döring, heute 70 Jahre alt, hat über Jahrzehnte seine "Brötchen mit Funktechnik verdient", wie er selbst sagt. Ungeachtet mancher Widrigkeiten bereite ihm die Wissensvermittlung an junge Leute viel Freude und Genugtuung: "Sie unterstützt die schulische Ausbildung und hilft sehr dabei, die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu vergrößern."
mit freundlicher Genehmigung der "Schweriner Volkszeitung"
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