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Hess./Nieders. Allgemeine
27. April 2007
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Girls’ Day: Schülerinnen arbeiteten für einen Tag als Schlosser, Mechaniker und Funker
von Alexander Röder
Baunatal. Mit Zange und Schraubendreher zerlegen Mara Roloff (12) und Nadine Wagner (13) den Motor eines ausgedienten Rasenmähers. "Das macht richtig Spaß", sagt Nadine, klemmt sich das Werkzeug unter die Achsel und wischt sich die ölverschmierten Finger an ihrem Pullover ab. Zum gestrigen Mädchen-Zukunftstag, dem Girls’ Day, arbeiteten die beiden Schülerinnen der Theodor-Heuss-Schule in der Schlosserei des Baunataler Bauhofes. Auch in zahlreichen anderen Betrieben übten sich junge Mädchen in typischen Männerberufen – als Schreinerinnen, Mechanikerinnen, Redakteurinnen.
"So ein Tag ist gut, da sieht man mal, wie die Praxis aussieht", sagt Jennifer Brüggemann. Die 14-Jährige aus Altenbauna könnte sich durchaus vorstellen, später einen handwerklichen Beruf auszuüben, sagt sie, tunkt den Farbroller in gelbe Dispersionsfarbe und lässt ihn vorsichtig über eine Kunststoffplatte rollen. Werner Bläsing, Maler und Lackierer im städtischen Bauhof, nickt zufrieden. Er betreut die Schülerin.
"Hallo, hier spricht Nancy Kerste." Das Mikrofon dicht an ihren Lippen, nimmt die 15-Jährige aus Morschen-Wichte per Funk Kontakt auf zu einem an der Elfenbeinküste lebenden Amateurfunker. Nancy ist eines von fünf Mädchen, die ihren Girls’ Day in der Bundeszentrale des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) in Altenbauna verbrachten. Nach einer Führung durch die Geschäftsstelle, durften die Elf- bis 15-Jährigen an der Club-Station über Kurzwelle in alle Welt funken. Anschließend ging es für die Mädchen in die Redaktion der Amateurfunk-Zeitschrift, von wo aus monatlich das Magazin CQDL produziert wird. Planung, Layout, Text- und Bildbearbeitung - und die fünf Mädchen machen mit. Für die kommende Ausgabe produzierten sie einen Zeitungsartikel über ihren Girls’ Day.
Im Baunataler VW-Werk laufen derweil die Lötkolben heiß. Julia Maria Wildner aus Bad Wildungen verbindet zwei Metallstreifen und formt sie zu einem Herz. Sie ist eines von mehr als 200 Mädchen, die gestern durch das Werk geführt wurden. In Kleingruppen aufgeteilt und von Auszubildenden betreut, besichtigten die Gäste insbesondere Frauen-Arbeitsplätze. "Es ist erstaunlich, wie groß das Werk ist, und wie die das vom Ablauf her alles hinkriegen", sagt Joelle del Rio nach der einstündigen Führung fasziniert. Technik und Handwerk ist jedoch nichts für die Zwölfjährige aus Kaufungen. Sie möchte später Grundschullehrerin werden, verrät sie.
mit freundlicher Genehmigung der Hessische/Nieders. Allgemeine
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